Newroz pîroz be!

Der heurige Newroz steht – begleitet von der Einnahme der letzten Bastion des IS und dem heroischen Bezwingen der Dunkelheit der schwarzen Fahne durch die kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDK)  – im Zeichen der von Leyla Güven begonnenen Widerstandsoffensive. Und der Losung: „Die Isolation durchbrechen, den Faschismus zerschlagen und Kurdistan befreien!

Newroz – „Der neue Tag“ – hat als Feiertag mehrere Bedeutungen.  In seiner kämpferischen Tradition befreite sich der Legende zufolge das kurdische Volk unter Führung des sagenhaften Schmieds Kawa am 21.3. in einem Volksaufstand von der grausamen Unterdrückung und  Despotenherrschaft Dehak‘s.

Das  Feuer –  von Kawa gefordert und genutzt um die Waffen der Freiheit zu schmieden und nach dem Sturz der Tyrannei auf den Bergen die Befreiung zu verkünden – verkörpert in Anknüpfung an die Legende seither ein wesentliches Symbol des Newroz.

Im Gedenken an die Erlangung der Freiheit werden seitdem die traditionellen Newrozfeuer entzündet.  Sie symbolisieren in politischer Hinsicht heute das ungebrochene Verlangen der Kurden und Kurdinnen nach Freiheit. Und so werden sie gerade auch in den gegenwärtigen, schicksalsträchtigen Tagen des kurdischen Befreiungskampfes und der mannigfach neu über Kurdistan und die Rojava-Revolution aufziehenden dunklen Wolken über die Weiten der Kurdengebiete und kurdischen Diaspora leuchten.

In einer anderen Schattierung symbolisiert Newroz wiederum den Jahreswechsel und die Wiedergeburt – und gilt demgemäß als Tag der Hoffnung.

In beiden Bedeutungen steht das Newroz-Fest in jedem Fall für die Hoffnung des kurdischen Volkes auf Freiheit. Bildet es ein Symbol des Kampfes gegen Unterdrückung, Ausbeutung und Völkermord. Und steht für die Geschwisterlichkeit und Solidarität der Völker .

Der Wiener Schmied Pejo

Auch der Emanzipationskampf der österreichischen Arbeiterklasse ist symbolisch mit einem Schmied verwoben: Unterdrückt, ausgebeutet und weitgehend rechtlos trachtete der Wiener Schmied Pejo unbeirrt nach der ihm von den kapitalistischen Eigentums- und Machtverhältnisse des 19. Jahrhunderts  vorenthalten Emanzipation.

Die Lage der Arbeitenden, der „Lohnsklaven“, wird zur damaligen Zeit vielfach mit der Sklaverei verglichen. Gewerkschaftliche Organisierung und politische Betätigung im Interesse der Arbeitenden waren verboten. Selbst eigenständige Arbeiterbildungsvereine konnten sich nur illegal formieren. Dem Willen, Bildungs-, Organisationsdrang und der Kampfbereitschaft der Arbeitenden wie Pejo um ihre Interessen konnte all dies aber nicht Einhalt gebieten.

Marx & Lenin: Radikal Neues

In den von Marx inspirierten Broschüren und Flugblättern fand er den radikal neuen Gedanken: das Proletariat ist das „Herz“ und soziale Subjekt der menschlichen Emanzipation. 

Der Lage der Unterdrückten wird nicht von oben und außen abgeholfen werden, sondern sie selbst sind das Subjekt der Umgestaltung. Und finden – als weiter radikal Neues des Marxschen Menschenbilds -, in der gewerkschaftlichen und politischen Aktion und ihrem Befreiungskampf als soziales Subjekt zu ihrer Würde.

Lenin hat den Gedanken der revolutionären Subjektivität danach in einer objektiv fortgeschritteren Situation bekanntlich auf die unterdrückten Völker ausgedehnt und beiden zugerufen: „Proletarier aller Länder und unterdrückte Völker vereinigt euch!

Newroz pîroz be! Hoch die internationale Solidarität!

Der Arbeiterbetriebsrat Hüseyin Kayan kandidiert für KOMintern in Niederösterreich zur AK-Wahl.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Share on facebook
Via Facebook teilen
Share on twitter
Via Twitter teilen
Share on email
Via E-Mail teilen
Share on pinterest
Via Pinterest teilen

einen kommentar hinterlassen