Kampf um Kuba – Contras mobilisieren rund um den Globus

Orchestriert von den USA, der antikubanischen Mafia und politischen Agenten in US-Diensten versuchen diesen Montag, 15. November, kubanische Contras auf der Karibikinsel und quer über den Globus erneut eine Eskalation anzuzetteln.

Nachdem Kuba nach erfolgreicher Bekämpfung der Corona-Pandemie zur Hauptsaison die Grenzen für den als Devisenquelle so wichtigen Tourismussektor wieder öffnet und in Richtung Abmilderung der vorübergehend angespannten Wirtschafts- und Versorgungssituation zusteuert, versuchen antikommunistische Schergen die Lage auf der roten Insel erneut zu destabilisieren und anzuheizen. Parallel haben die karibischen Konterrevolutionäre auch die Contras der Welt und in Europa aufgerufen, die pro-imperialistischen Bestrebungen nach Handbuch der sattsam bekannten „Farbenrevolutionen“ zu eskalieren. Diese zeigten in Österreich bereits im Juli mit ihren Provokationen und Krawallen in aller Deutlichkeit ihren politischen Charakter.

Auch dieses Mal sind die willfährigen Adepten Washingtons mit Rückdeckung Joe Bidens wild entschlossen. Auf der Insel und in weltweit rund 70 Städten. Dem neuen US-Präsidenten, seit Jahrzehnten ein gesottener außenpolitischer Falke, ist der „Socialismo Tropical“ ebenso ein Dorn im Auge, wie er auch noch nie einen Hehl aus seinem Ansinnen machte, sich auf Basis der sog. Monroe-Doktrin von 1823 den amerikanischen „Hinterhof“ wieder botmäßig zu machen.

Für die nach der globalen Wende 1989/91 nochmals verschärfte Kubapolitik und die Agenda den „Socialismo Tropical“ hinwegzufegen, steht der Phalanx mit der bereits unter George W. Bush (2001 – 2009) verstärkt auf Kuba fokussierten Kontroll- und Sanktionsbehörde OFAC (Office of Foreign Assets Control) beim US-Finanzministerium eine äußerst scharfe Waffe zur Verfügung. Zumal Kubas Wirtschaft zuletzt in der Tat in einer allen voran von externen Faktoren bewirkten schwierigen Situation und einem festen Zangengriff zwischen Corona-Pandemie, damit einhergehend versiegendem Tourismus, Destabilisierungen und Putsch-Versuchen der USA in für Kuba wichtigen Nachbarländern und verschärfter US-Blockade steckt(e).

Demgemäß hat US-Präsident Joe Biden – und die sich in den zuständigen Ressorts tummelnden Schlapphüte und weltpolitische Armageddon-Propheten – vor wenigen Monaten weitere Sanktionen gegen die Karibik-Insel verhängt und parallel die Zusammenarbeit mit und den Brückenschlag zu den Kuba-Contras verstärkt. Zugleich tönte es aus Washington: Und „dies ist nur der Anfang“. Was es für die Weltöffentlichkeit vorzugsweise noch braucht, sind Marionetten die publikumsgerecht die Zündschnur anstecken und dabei selbst Zeter und Mordio schreien. Und wer dient dazu besser als ein berufsmäßiger „Dramaturg“?

Dementsprechend entpuppte sich gerade auch der seit Wochen zirkulierende „Protest- und Demonstrationsaufruf“ von Yunior García Aguilerafür den (nach Strickmuster der US-Geheimdienste inszenierten) 15. November als Operations-Bestandteil der US-finanzierten Regime-Change-Bemühungen auf Kuba.   

„Der Vorwurf“, dass er und seine Contra-Gefolgschaft der Facebook-Gruppe „Archipiélago“ „Verbindungen in die USA haben und von dort finanziert werden, ist absolut falsch“, beteuerte der bis vor einigen Wochen einer breiten Öffentlichkeit unbekannte Systemgegner noch Stein und Bein. Kurz darauf wurde er allerdings als langjährig tätiger politischer Agent in US-Diensten enttarnt. Das hindert die Adepten der Miami-Mafia, US-Handlanger und Antikommunisten unterschiedlicher Couleurs allerdings ebenso wenig alles auf Krawall zu bürsten, wie das Gros der Medien und Länder in den verlogenen anti-kubanischen Chor einzustimmen.

Ein Umstand auf den sich „Uncle Sam“ seit jeher verlassen kann. Immerhin, ein grobes Vierteljahrhundert nach dem grandiosen US-Debakel in der Schweinebucht 1961 sah sich die „Times“ im Rückblick veranlasst, die Schlappe dieses bekanntesten der zahlreichen gescheiterten Umsturzversuche auf Kuba als „Großvater aller Fiaskos verdeckter Operationen“ zu charakterisieren. Das heimlich im Morgengrauen von US-Transportschiffen an Land gebrachte, etwa 1.400 Mann starke, schwerbewaffnete Söldner-Kommando scheiterte bekanntlich fulminant am revolutionären Widerstand Kubas. In Machart eines Hollywood-Streifens, baute das Projekt darauf, Exilkubaner in Florida anzuwerben, zu bewaffnen und militärisch auszubilden, um sie im Anschluss nach Kuba zu entsenden, wo sie eine „landesweite Erhebung“ in Szene setzen sollten. Auf den „dringenden Hilfsappell“ einer „Gegenregierung“ hin sollte dann das Pentagon mit regulären US-Kampfeinheiten eingreifen. Nach der Landung lancierte die CIA in der Presse wilde Fake-News: einmal hieß es, Santiago de Cuba sei bereits gefallen, ein anderes Mal wiederum, dass die „Aufständischen“ Verteidigungsminister Raul Castro in ihrer Gewalt hätten, usw. usf. Parallel lagen US-Flotteneinheiten in Bereitschaft zuzuschlagen. Havanna, dem der geplante Coup nicht entgangen ist, verfügte am Folgetag der Landung der „Gusanos“ – wie man auf Kuba sagt – die allgemeine Mobilmachung der Streitkräfte und Volksmilizen. Der Aufruf mobilisierte innerhalb kürzestem fast 1 Million KubanerInnen. Innerhalb von 72 Stunden brach die gesamte Operation Langleys und seiner Komparsen zusammen.

Der Schock in Washington währte aber nur kurz. Bereits wenige Monate später blies man in „God‘s Own Country“ unter dem Codewort „Operation Mongoose“ erneut zum Umsturz auf Kuba. Das Projekt „Mongoose“ wiederum reiht sich – ohne hier ins Detail gehen zu müssen – dabei nahtlos in seine unzähligen verdeckten Nachfolge-Operationen oder die zahllosen Anschlagspläne auf Fidel Castro (sei es durch vergiftete Zigarren, einen verseuchten Taucheranzug, elektrisch aufgeladene Fische, mit Sprengstoff gefüllte Muscheln oder per Sniper bzw. auch durch Auftragsmörder der Cosa Nostra) ein. Dass just am Tag der Ermordung Kennedys, dem 22. November 1963, die CIA versuchte Fidel Castro mit Hilfe eines vergifteten Kugelschreibers um die Ecke zu bringen, markiert im hiesigen Kontext hingegen bestenfalls eine schaurige Anekdote in der Geschichte der US-amerikanischen Ermordungs- und Umsturzversuche in Kuba.

Aber man soll sich angesichts der jahrzehntelangen Schlappen der US-Geheimdienstoperationen auch nicht täuschen. Sollten die Wirtschaftsblockade, verdeckten Operationen und Contras (samt deren Flottille) oder akut der nun orchestrierte 15. November nicht oder nur bedingt zum Ziel führen, stehen auch heute für den Fall der Fälle Flugzeugträger, Bomber, Marschflugkörper oder Drohnen bereit. Sei es begleitend, sei es als „letzte“ Option.

So wurden die „neuen Proteste“ von Yunior García Aguilera, dem „zum neuen Star der Contra-Szene aufgebaute Hauptorganisator der Aktionen“, wie Volker Hermsdorf richtig herausstreicht, „zunächst für den 20. November angekündigt. Eine gezielte Provokation. Denn dieses Datum wird in Kuba traditionell und seit Jahren als ‚Tag der nationalen Verteidigung‘ begangen. Es ist der Höhepunkt mehrtägiger Manöver der ‚Fuerzas Armadas Revolucionarias‘ (FAR) und der Milizen zur Sicherung des Landes gegen mögliche Angriffe.“ Aber auch das geänderte Datum 15. November ist freilich „mit erkennbarer Absicht gewählt“, um die Rückkehr Kubas zur Normalität mit Krawallen zu überschatten.

Wie dem im Einzelnen auch immer. Der ideologische Tsunami der letzten Jahrzehnte hat auch vor der Linken nicht Halt gemacht. Nicht wenige Linke ducken sich Kuba betreffend weg oder monieren vor allem den Zustand der kubanischen Wirtschaft. Dass eine angespannte Versorgungslage mit Gütern des täglichen Bedarfs herrscht – die auch zu berechtigter Unzufriedenheit Anlass gibt – und zu der neben den hierfür ausschlaggebenden externen Faktoren auch diverse endogene Unzulänglichkeiten, Problemfelder und Hemmnisse beitragen, wissen auch Präsident Díaz-Canel, die politisch Verantwortlichen, die Partei, das CDR usw. usf. selbst. Weshalb in Kuba auch gerade eine Wirtschaftsreform sowie ein politischer Reformprozess auf den Weg gebracht wurden. Und dieser Tsunami betrifft in Fragen der internationalen Solidarität nicht nur Kuba. Bei weitem nicht. „Cuba socialista“ betreffend lässt sich das Gebot der Stunde aber zumindest kurz und knapp auf den Punkt bringen: Nämlich der objektiven Verpflichtung aller Anti-ImperialistInnen und FreundInnen des eigenständigen Wegs Kubas zur verstärkten Wachsamkeit und aktiven Solidarität gegen die Umsturzpläne des (US-)Imperialismus und der Contras, samt ihrer Komparsen in Österreich.

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