Jetzt heißt’s Holzgeben in der Holzindustrie!

Wie schon in anderen Branchen hakt es in der Frühjahrs-KV-Runde auch in der Holzindustrie. Gestern fand daher, unter solidarischer Beteiligung KOMinterns, eine öffentliche Betriebsräte-Konferenz gegen den aktuellen Affront vor dem „Haus der Industrie“ statt.

Denn trotzt guter Auftragslage legte die holzverarbeitende Industrie selbst in der 2. KV-Runde noch immer, noch nicht einmal ein „Angebot“ vor. Eine offene Provokation und blanker Hohn gegenüber den Beschäftigten der Branche.

In dieses Horn stößt vor den Kulissen denn zu Recht auch der GBH-Bundesvorsitzende (Gewerkschaft Bau-Holz) Josef Muchitsch: „Die Auftragslage in den holzverarbeitenden Industrien liegt österreichweit im Spitzenfeld. Keine Woche vergeht, in der es keine Jubelmeldung über ein hervorragendes Wachstum gibt. Die wirtschaftlichen Nachteile der Branche in der Corona-Krise waren wesentlich schwächer als befürchtet. Im Gegenteil, die Aufträge können kaum abgearbeitet werden. So gut wie jetzt ging es der Industrie schon lange nicht mehr. Die Beschäftigten leisten auch während der Corona-Krise und unter erschwerten Bedingungen hervorragende Arbeit. Das muss den Beschäftigten jetzt in Form einer fairen Lohnerhöhung und mit mehr Freizeit abgegolten werden.“

Ob im Anschluss an dieses medienwirksam inszenierte gewerkschaftliche Säbelrasseln am Sitz der Wirtschaftsvertreter jedoch auch der Kampf entsprechend aufgenommen wird, wird sich weisen, ist aber eher nicht zu erwarten. Das hilflose Flehen nach „Besinnung“ des Kapitals auf eine vermeintlich „jahrelang gelebten Sozialpartnerschaft auf Augenhöhe“ jedenfalls, wird für einen Abschluss im Sinne der Arbeits- und Lebensinteressen der Beschäftigten mitnichten ausreichen.

Bereits letzte Woche schlossen schon die KV-Verhandlungen in der chemischen Industrie enttäuschend mau für die Beschäftigten ab. Dabei gehört die Chemieindustrie ebenfalls zu jenen Sektoren, die überdurchschnittlich gut durch die Wirtschaftskrise gekommen sind und deren Motor wieder kräftig brummt – ja: die im Corona-Jahr 2020 teils sogar satte Sonder-Profite einfuhr. Einen Tag später folgte schon die Papierindustrie, die ihrerseits nicht nur in vielen Sparten mit an der Weltspitze liegt, sondern zugleich auch eine besonders illustre Branche an Multis, Adelsgeschlechtern und Polit-&Finanz-Magnaten bildet. Mit jeweils schwachen 2% blieben die Gewerkschaften jedoch weit hinter dem Notwendigen und Möglichen, sowie hinter der Kampfbereitschaft der Belegschaften zurück.

In der Holzindustrie droht sich dieser sozialpartnerschaftliche, gewerkschaftliche Holzweg – trotz sichtlicher Konfliktbereitschaft der BelegschaftsvertreterInnen und Beschäftigten – , zu wiederholen, anstatt gemeinsam diesen Affront zurückzuschlagen und kämpferisch konsequent einen kräftigen Abschluss durchzusetzen.

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