„Gudi bleibt“: Demonstration gegen Schließung von Notquartier

Gestern gingen in Wien hunderte Menschen auf die Straße, um gegen die geplante Schließung des Favoritner Notquartiers „Gudi“ (Gudrunstraße) Ende April zu protestieren. Basisarbeiter*innen, die erneut in den Streik getreten sind, und Klient*innen führten die Demo zum Rathaus an und machten klar, dass sie weiterhin gegen die Schließungspläne der Stadt kämpfen wollen.

Obwohl der Fonds Soziales Wien wegen der anhaltenden Pandemie das Winterpaket verlängerte, lässt er das Notquartier Gudrunstraße schließen, das seit Jahren vom Arbeiter-Samariter-Bund betrieben wird. Die Kürzung der 75 Betten wird mit der geringen Auslastung in den wärmeren Monaten begründet. Eine Behauptung, die nicht stimmt: „Wir sehen, dass die Pandemie massive Folgen auf die Ärmsten hat. Mehr Menschen werden derzeit obdachlos. Immer mehr Personen, die zu uns kommen, müssen wir wegschicken“, erklärt Anna Riedl, eine Mitarbeiterin. Im Vergleich zu anderen Notquartieren befindet sich die „Gudi“ zentral am Keplerplatz und ist fast 100-prozentig ausgelastet.

Riedl weiter: „Wir vermuten, dass die Schließung eine Antwort auf unsere Bemühungen der letzten Monate ist.“ Seit Winterbeginn fordert die Belegschaft bessere Unterkunfts- und Sicherheitsbedingungen für die Klienten. Wie zu befürchten war, kam es Ende 2020 und Anfang 2021 zu einem riesigen Corona-Cluster. 2/3 der Klienten und 1/8 des Personals erkrankten. Die Beschäftigten sind am Ende ihrer Kräfte und verlangen die Verbesserung ihrer prekären Arbeitsverhältnisse: „Wir wurden verbraucht, wie viele andere, die das System erhalten.“ Am 17.3. fand bereits ein 3-stündiger Warnstreik statt.

Sozial- und Gesundheitsstadtrat Hacker war heute eingeladen, mit den Betroffenen zu sprechen. In einem Offenen Brief nahmen die Basisarbeiter*innen u.a. Stellung zu seinen Facebook-Postings, sie würden die Klienten für eigene Interessen instrumentalisieren. Stadtrat Hacker kam dieser Einladung nicht nach.

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