Für ganzjährige hochwertige Betreuung und Beschäftigungs-Verhältnisse in der Wiener Wohnungslosenhilfe

Das Wiener Winterpaket und seine Notquartiere zur Unterbringung wohnungsloser Menschen wurden angesichts der Pandemie bis August verlängert. Lediglich das vom Arbeiter-Samariter-Bund betriebene Notquartier Gudrunstraße hat am 28. April schließen müssen. Das ist ganz klar eine eskalative Reaktion von oben, womit engagierte Beschäftigte mundtot gemacht werden sollen.

Weil sich die Beschäftigten gewehrt und verteidigt haben, weil sie wegen Überarbeitung krank wurden, weil sie es sich nicht gefallen lassen haben, wie das miserable Krisenmanagement auf ihrem Rücken ausgetragen wird, soll als Dank für den Einsatz während der Corona-Pandemie das Notquartier Gudrunstraße nun geschlossen werden. Ende vergangenen Jahres machten die KollegInnen öffentlich auf die katastrophalen Corona-Schutzmaßnahmen sowie ihre durch Corona nochmals zugespitzten prekären Arbeitsbedingungen aufmerksam. Denn genau jene mangelhaften Schutzmaßnahmen hatten bereits dazu geführt, dass 2/3 der Klienten und 1/8 des Personals an Covid-19 erkrankte.

Nachdem die Entscheidung zur Schließung verkündet wurde, legten die KollegInnen des Notquartiers im März und im April bereits die Arbeit nieder, um so für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze sowie eine würdige Unterbringung Wohnungsloser zu kämpfen. Es kann nicht sein, dass KollegInnen in der Wiener Wohnungslosenhilfe, welche ohnehin schon seit Jahren unter äußerst prekären Bedingungen arbeiten müssen, nun für ihr Engagement Repressionen erfahren müssen und sich die Verantwortlichen in der Stadt, im Fonds Soziales Wien und in den Trägerorganisationen in Einem fort die Verantwortung dafür zuschieben.

Deshalb forderten wir in der Arbeiterkammer Wien denn auch (was diese mit den Stimmen der FSG ablehnte, während andere Fraktionen entweder mit unseren Forderungen mitgingen oder zumindest für deren Zuweisung und Weiterbehandlung plädierten):

  • Die Schaffung eines zusätzlichen Quartiers zum Erhalt der Betten und Arbeitsplätze, um die Schließung des Notquartiers Gudrunstraße aufzufangen.
  • Die lückenlose Verlängerung des Winterpakets zu einem durchgängigen, qualitativ hochwertigen Betreuungsangebot und eine damit verbundene Beendigung der in der Branche üblichen Defacto-Saisonarbeit.
  • Sich solidarisch zu erklären mit dem Einsatz der (ehemaligen) Beschäftigten im Notquartier Gudrunstraße und ihrem Arbeitskampf.
  • Die politisch Verantwortlichen in der Stadt Wien aufzufodern, den grassierenden Repressionen gegenüber Beschäftigten in der Wohnungslosenhilfe endlich einen Riegel vorzuschieben. KollegInnen, die sich für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Qualität der Betreuung und Unterbringung einsetzen, dürfen dadurch keine Nachteile erfahren!
  • Die Möglichkeit unbefristeter Dienstverträge muss geschaffen werden und eine Angleichung der Kollektivverträge in dem Bereich an das jeweils höchste Niveau (Bezahlung, Arbeitszeit, Zulagen, …) ist durchzusetzen.

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