Die Energiewende mit Beschäftigungsoffensive koppeln!

Um sowohl der tiefen Wirtschafts- wie rasant fortschreitenden Klimakrise gegenzusteuern, haben wir uns auf unseren Antrag zu Energieeffizienz und Beschäftigung hin, gestern in der AK Wien als wichtigen Schritt auf nachstehende Positionierung des „Arbeiterparlaments“ verständigt.

Für die sozial-ökologischen Transformation, also den Wandel hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft, die mit der Erreichung des + 1,5°-Klimaziels vereinbar ist, ist es dringend notwendig, die Energieeffizienz von Gebäuden und Industrie zu erhöhen. Das bedeutet auch, Überschussenergie, etwa in Form von Abwärme bestmöglich zu nutzen. Denn auch in gedämmten Gebäuden wird das produzierende Gewerbe und die Industrie weiterhin Prozesswärme benötigen und dabei Abwärme erzeugen. Diese Abwärme kann von andere EnergieverbraucherInnen zur Dekarbonisierung ihres Energieverbrauchs genutzt werden.  Es gilt daher das Wärme- und Kältenetz entsprechend auszubauen um einer Netzeinspeisung von Abwärme aus Industrie- und Gewerbebetrieben, wie etwa Bäckereien, Brauereien, Wäschereien, Großküchen, Rechenzentren und anderen zu ermöglichen und mehr VerbraucherInnen in das System zu integrieren. Daneben sollten Solarthermieanlagen genutzt werden, um zusätzlich Wärme zu erzeugen.

Aber auch Grünes Gas, wie Biomethan und grüner Wasserstoff können – insbesondere im produzierenden Sektor, aber auch im Schwerverkehr – einen wertvollen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten. Es gilt daher bisher ungenützte Biomasse-Abfälle, etwa aus Großküchen oder der Lebensmittelindustrie, Land- und Forstwirtschaft, brauner Tonne, Biokläranlagen verstärkt der Biomethanerzeugung zuzuführen. Saisonalen und tageszeitabhängiger Überschussstrom aus Angebots- und Nachfrageschwankungen gilt es zu nutzen um grünen Wasserstoff herzustellen. Grüne Gase, wie Wasserstoff und Biomethan sind wertvolle und zugleich knappe Energieträge. Ihrer prioritären Einsatzgebiete sind daher sorgfältig zu wählen, die Leistbarkeit und soziale Auswirkungen sind zu berücksichtigen.

Die Umsetzung dieser Maßnahmen sind in hohem Maß dezentral und bergen große regionale Beschäftigungspotenziale. Diese Potentiale gilt es auch für die Beschäftigung Langzeitarbeitsloser und für Lehrstellen zu nutzen.

Deshalb beschließt die Vollversammlung der Arbeiterkammer Wien:

  • In der Raumwärme sollen fossile Energieträger weitestgehend durch Abwärme und erneuerbare Energieträger ersetzt werden.
  • Um dieses Ziel zu erreichen ist ein konsequenter, geplanter und koordinierter Ausbau der Fern- und Nahwärme- bzw Kältenetze notwendig. Abwärme muss bestmöglich genutzt werden.
  • Für die Erzeugung und den Einsatz von grünen Gasen wie Biomethan und grünem Wasserstoff sind Strategien zu entwickeln, welche nachhaltige Potentiale feststellen, prioritäre Einsatzmöglichkeiten definieren und soziale Auswirkungen berücksichtigen. Öffentliche Aufträge sollen dazu verwendet werden gezielt Beschäftigung zu schaffen. Bei (öffentlichen) Investitionen sind Langzeitarbeitslosen zu beschäftigen und Lehrlinge aufzunehmen sowie Praxismöglichkeiten für Lehrlinge aus Lehrwerkstätten zu schaffen.

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