„…selber in die Hand nehmen!“

Heute fand in Wien vor dem Frauenministerium eine breite, feministische Protestkundgebung statt, die auch von KOMintern unterstützt wurde. Wir dokumentieren die Rede von KOMintern-AK-Rätin Selma Schacht.

Die heute bereits angesprochenen Inhalte, die Zahlen, Daten, Fakten brauche ich nicht zu wiederholen. Diese liegen seit Jahrzehnten, teilweise seit Jahrhunderten, auf dem Tisch: von patriarchaler Unterdrückung, von Ausbeutung, von Frauen, die Gewalt ausgesetzt sind, von Frauen, die entrechtet sind – das ist leider alles nichts Neues.

Aber eines will ich schon sagen: Nein, ich appelliere nicht an eine Frauenministerin Raab, die behauptet, sie wäre noch nie mit Frauenunterdrückung in Berührung gekommen. Und nein, ich appelliere nicht an eine Bundesregierung, die in der Krise Gelder ausschüttet, die vor allem Unternehmen und nicht Beschäftigten zugutekommen. Nein, ich appelliere nicht. Denn – und das wissen gerade wir als Frauen in der ArbeiterInnenbewegung – es kann für uns nichts wirklich vorangetrieben werden, wenn wir es nicht selber in die Hand nehmen!

Es hat mich heute gefreut, dass die Gewerkschaftsfrauenstrukturen endlich auch so eine Bündnisdemo unterstützen. Gleichzeitig aber es erschüttert mich, dass von einer Gewerkschaftsorganisation dann nicht mehr kommt als: „Ich bitte Sie, liebe Frau Frauenministerin, dieses oder jenes zu machen!“ Nein! Wir müssen als selbstbewusste Gewerkschafterinnen, als selbstbewusste Frauen in der Arbeitswelt, selbst sagen: „Wenn es keine Bewegung bei unseren Forderungen gibt, werden wir unsere Arbeit niederlegen!“ Denn das ist die einzige Sprache, die sie verstehen!

Und wir haben genau diesen Schritt auch schon gesetzt. Ich bin Betriebsrätin im Sozialbereich. Ich vertrete mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Betriebsrat fast 2.000 Beschäftigte. Dort haben wir vor einem Jahr bereits die Arbeit niedergelegt und wir werden sie auch wieder niederlegen, wenn diese Politik so weitergeht. Und ich hoffe, dass ihr uns dabei unterstützt: alle Arbeitenden in den sogenannten „typischen Frauenbranchen“, damit wir gemeinsam weiterkämpfen können. Denn der Kampf wird notwendig sein, so wie die Krise sich leider entwickelt.

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