„Man tötet nicht aus Liebe – Stopp Femizide!“

Eine lautstarke, aber auch stellenweise tief betroffen schweigende Kundgebung und Demonstration gegen Femizide fand gestern Abend in Wien statt. In Gedenken an die zwei diese Woche umgebrachten Frauen, Shugri Ahmed Abtidoon und Fadumo Hirsi, nahmen auch viele Frauen (und auch einige Männer) der somalischen Community teil, um ihrer Trauer und ihrer Wut Ausdruck zu verleihen und öffentlich zu sprechen. Über Fadumo, über Frauenrechte, über ihren Kampf gegen FGM und die Menschenwürde von Frauen und gegen Rassismus. Die Wut, die Trauer und auch die Kraft war unmittelbar spürbar.

Der gemeinsame internationalistische Kampf gegen Patriarchat und Kapitalismus war an diesem Abend auch durch die Teilnahme der Zapatistinnen ersichtlich: dutzende beteiligten sich trotz gerade überstandener anstrengender Reise nach Europa an der Demonstration. Selma Schacht stellte in ihrer Rede für die Europäische Frauensolidarität und KOMintern deshalb auch den Kampf der Zapatist:innen in den Mittelpunkt: „Trotz des erschütternden Anstiegs der Gewalt gegen Frauen gehen die medienwirksam abgehaltene Gewaltschutzgipfel der Regierung über weitgehend leere Ankündigungen oder einzelne medienwirksame Image-Projekte nicht hinaus. Wir aber haben seit dieser Woche Aktivistinnen in Wien, die vor knapp 3 Jahrzehnten unter der Losung: „Ya Basta –Es reicht!“ den Kampf aufnahmen und die patriarchalen Verhältnisse der Gewalt an Frauen, tiefgreifend umgewälzt haben.“

„Die über Jahrhunderte üblichen Zwangsheiraten sind heute Geschichte. Verhütung und Scheidungen kein Tabu mehr. Die Gewalt gegen Frauen und ihre Exklusion ist deutlich zurückgegangen. Dem bis zum zapatistischen Aufstand währenden „Erstnachtsrecht“ (Ius primae noctis) der Großgrundbesitzer, also das de facto Recht der Großgrundbesitzer die jungen Frauen in ihrer Heiratsnacht noch zu vergewaltigen ein Ende gesetzt. Und dieses besonders grausamen „Recht der ersten Nacht“, das sollten wir nie vergessen, war ein „Exportgut“ aus Europa und ein herrschaftliches Unterwerfungs- und Demütigungswerkzeug der Nachfahren der europäischen Conquistadores. Das sei auch all jenen Figuren ins Gesicht geschrien, die nicht müde werden Femizide nach Möglichkeit xenophob zu instrumentalisieren und rassistisch umgemünzt auszuschlachten!“

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