Veranstaltung Brasilien mit Gewerkschafter Marcos Castro: 15.4.

brasilien

Unruhe in Brasilien: Auf dem Weg zu sozialen Veränderungen?
Vortrag und Diskussion
mit Marcos Villela Castro, Präsident der Vereinigung der Angestellten der PRODERJ – Behörde für Informationstechnologie des Bundesstaates Rio de Janeiro

Zeit: Dienstag 15. April um 19.30 Uhr
Ort: Gudrunstraße 133, 1100 Wien
Während die meisten Länder der Welt schwerwiegende Momente der Krise erlebten, schien es einige Zeit so, als ob Brasilien von dieser Krise kaum erreicht wurde und sogar überdurchschnittliches wirtschaftliches Wachstum verzeichnete. Dieses wirtschaftliche Wachstum ermöglichte die Wiederwahl von Lula da Silva 2006 und die Wahl von Dilma Rousseff 2010. In der jüngsten Vergangenheit haben sich die wirtschaftliche Lage und mit ihr die Stimmung im Land jedoch deutlich gewandelt. Die vorwiegend auf den Export von Rohstoffen und Commodities ausgerichtete Wirtschaftspolitik stößt immer mehr an ihre Grenzen. Die staatlichen Investitionen in teure Stadien und Anlagen für die im heurigen Jahr stattfindende Fußball WM stoßen auf Unzufriedenheit in der brasilianischen Bevölkerung, fehlen doch gleichzeitig Investitionen in Gesundheit, Bildung und Infrastruktur. Im Juni 2013 erlebte das Land eine historische Protestwelle, die zu ihrem Höhepunkt 600.000 Menschen alleine in Rio de Janeiro und mehr als eine Million Menschen im ganzen Land auf die Straße brachte. Auslöser war die Erhöhung der Tarife im öffentlichen Nahverkehr. Darüber hinaus richteten sich die Proteste aber auch gegen die Ausrichtung der Fußball WM, gegen Korruption und soziale Missstände im Land.
Brasilien ist seitdem in Bewegung. Wie kann es gelingen, dass aus der Protestbewegung, die breite Schichten im Land erfasst und bei der Jugendliche, StudentInnen und ArbeiterInnen Seite an Seite stehen, auch gewerkschaftliche und politische Kämpfe hervorgehen, die zu einer sozialen Veränderung im Land beitragen können?
Marcos Villela Castro
ist seit vielen Jahren in gewerkschaftlich aktiv und derzeit Präsident der Vereinigung der Angestellten der PRODERJ – Behörde für Informationstechnologie des Bundesstaates Rio de Janeiro. Die Vereinigung realisierte eine große Kampagne, die nach 3 Jahren betrieblicher Kämpfe 42% Gehaltserhöhung für pensionierte und aktive MitarbeiterInnen erreichte, sowie 100-130% Erhöhung der Einstiegsgehälter für MitarbeiterInnen verschiedener Branchen im Unternehmen. Sie kämpft – gemeinsam mit den ArbeiterInnen des öffentlichen Dienstes auf Landes-, Bundes- und Stadtebene – gegen die Privatisierung der Dienstleistungen, die Prekarisierung der Arbeit und für einen kostenlosen und qualitativ hochwertigen öffentlichen Dienst.

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