Es bleibt dabei: Heraus zum 1. Mai!

Auch der heurige 1. Mai findet neuerlich in Pandemie-Zeiten und unter teilweisen Lockdown-Bedingungen statt. Nichts desto trotz begehen wir ihn auch heuer österreichweit  wieder auf den Straßen und im öffentlichen Raum. Daher rufen wir – unter strikter Einhaltung aller angesichts Corona unabdingbar gebotenen Vorsichtsmaßnahmen  – dazu auf, den Internationalen Kampftag der ArbeiterInnenbewegung, allem voran auch in Wien (wo die Sozialdemokratie ihren Mai-Aufmarsch gerade erneut abgesagt hat) Linz und Innsbruck, umso sichtbarer und kräftiger zu gestalten, kämpferisch auf die Straße zu tragen und in geeigneter Form öffentlich zu begehen.

Die 131-jährige Geschichte des 1. Mai als Internationalem Kampftag der Arbeiter-, Gewerkschafts- und revolutionären Befreiungsbewegung musste schon zahlreiche Hindernisse überwinden und ist historisch wie weltweit zugleich eine Geschichte des Blutzolls um’s Alltägliche wie um den historischen Fortschritt.

Dies nicht zuletzt auch im direkten Kontext seiner 1890 erfolgten Festlegung als Internationalem Kampftag für die Rechte der Arbeiterklasse. Ein Datum, dem im bewussten Gedenken an die blutigen Ereignisse des 1. Mai´s 1886 in Chicago, zugleich die Dimensionen des Auf-die-Straße-Tragens der Interessen und Forderungen der Arbeitenden und Unterdrückten unaufhebbar eingeschrieben sind:

Es war ein herrlicher Frühlingstag, an welchem tausende und abertausende Arbeitende unterschiedlicher Herkunft und vielfältiger Weltanschauung seinerzeit in Chicago in den Streik traten und für den 8-Stunden-Tag demonstrierten. Aber nicht nur in Chicago, auch in New York, Philadelphia, Louisville, Saint Louis, Millwaukee und Baltimore traten damals hunderttausende ArbeiterInnen in insgesamt 11.562 Betrieben in den Streik um den 8-Stunden-Tag.

Ein Arbeitskampf, der von den Unternehmern sogleich mit Massenentlassungen beantwortet wurde und, unter Zuhilfenahme von Streikbrechern und Provokateuren, schließlich im Polizeiterror ertränkt wurde. Neben den zahlreichen erschossenen Arbeitern wurde im Anschluss über acht Arbeiterführer die Todesstrafe verhängt. Trotz massiver Proteste im In- und Ausland wurde diese an vier von ihnen 1887 vollstreckt und August Spies, Georg Engel, Adolf Fischer und Richard Parsons gehenkt. Der Zimmermann Louis Lingg wurde bereits vor seiner Hinrichtung ermordet in seiner Zelle aufgefunden. 1893 mussten die Urteile dann wegen erwiesener Unschuld aufgehoben werden.

Im unauslöschlichen Gedenken an die Chicagoer Mai-Ereignisse legte der Internationale Sozialistenkongress dann auch den 1. Mai als internationalen Kampftag der Arbeit fest, der von der revolutionären ArbeiterInnenbewegung und internationalen Linken seither auch entsprechend, kämpferisch  – teils in notwendiger oder erzwungener kreativer Form – begangen wird.

Daher rufen wir, zumal unter der tiefen, aktuellen Dreifach-Krise des kapitalistischen Globalsystems (die weltweite Corona- und Gesundheitskrise, die schwerste Weltwirtschaftskrise seit 1929 und die rasant voranschreitende Klimakrise) sowie der verdichteten imperialistischen Aggressionen und weltweit zunehmenden autoritären Tendenzen, zur breiten Teilnahme an den internationalistisch-revolutionären 1. Mai-Aufmärschen auf:

Wien, 11.00 Uhr, Treffpunkt: vor der Oper

Linz, 11.30 Uhr, Treffpunkt: Volksgarten

Innsbruck, 11.00 Uhr, Treffpunkt: Landhausplatz

*Nähere Details und Hygiene-Konzept(e) folgen

Hoch der revolutionäre 1. Mai!

Yaşasın 1 Mayıs!

Bijî Yek Gulan!

Viva el Primero de Mayo!

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