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Solidarität mit den streikenden Metallern in Bursa!

streik-bursaWenn die Rede auf Lohndrückerei und Druck auf die Arbeitsbedingungen kommt, stellt sich wie das sprichwörtliche Amen im Gebet die Automobil-Branche mit ein.

Aktuell als einer der Hauptprofiteure federführend im Vorantreiben des transatlantischen Investitions- und Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP), arbeiten die Autohersteller parallel am Aufbau von Werken in Mexiko, um mittels der Standortvorteile dieses Niedriglohnlandes – mit einem Branchen-Stundenlohn von rund sieben Dollar & mit Freihandelsabkommen in die USA, nach Europa und in andere lateinamerikanische Länder ausgestattet- , die Löhne und Arbeitsbedingungen global weiter zu drücken. Ob nun VW, BMW, Audi, Daimler, Nissan oder Renault, sie alle sind entweder schon im Lande vertreten oder haben angekündigt, Werke am neuen Billiglohn- und Freihandelsstandort aufzubauen – und somit den weltweiten Angriff auf Lohn- und Arbeitsstandards zu verschärfen.

Allerdings: mit dem aktuellen Kampf der Metallarbeiter in Bursa, dem Zentrum der Autoindustrie in der Türkei, bieten die Beschäftigten diesem Angriff der Automobilkonzerne die Stirn. In Bursa und umliegenden Städten sind zehntausende Arbeiter und Arbeiterinnen zu dahindümpelnden Niedriglöhnen und unter schwierigsten Arbeitsbedingungen in den Hauptwerken der internationalen Automobilindustrie beschäftigt.

Angeführt von den Renault-Arbeitern von Oyak Renault in Bursa (gemeinsam mit den Beschäftigten von Tofaş (Fiat), Coşkunöz und Mako sowie weiteren Fabriken), die nach einer konsequenten Kampagne seit 14. April um echte Lohnerhöhungen nunmehr in den Streik getreten sind, haben die KollegInnen verschiedenster Metall-Unternehmen den Kampf in die eigene Hand genommen und nunmehr verschärft.

Als Hintergrund des sich zuspitzenden Kampfes befeuert vor allem Zweierlei die Auseinandersetzung: Einerseits die ständigen Repressionen und Kündigungsdrohungen der Unternehmer wie Renault, Tofaş, Mako und Coşkunöz.

Den Funken endgültig zum Entzünden brachte so die widerrechtliche Entlassung von 16 Renault-Arbeitern. Kollegen, die mit Nachdruck an den Protestaktionen teilgenommen haben, um ihrer Stimme Gehör zu verleihen. Aus Solidarität gegen diese Ungerechtigkeit haben die Beschäftigten der Nachtschicht dieses Wochenende die Arbeit niedergelegt. Aufgrund der stillstehenden Bänder und wachsenden Proteste mussten die Unternehmensvertreter einen Rückzug machen und die Kündigungen fallen lassen.

Haupthintergrund des derzeitigen Kampfes um überfällige, kräftige Lohnerhöhungen bildet allerdings der zeitgleich mit dem Metall-Kollektivvertrag erzielte Tarifabschluss bei der Bosch Industrie- und Handels-AG (Bosch Sanayi ve Ticaret AŞ). Während die Gewerkschaft „Türk Metal“ die Interessen der MetallarbeiterInnen abermals billig verkauft und einen miserablen KV auspaktiert hat, gelang es den Bosch-Beschäftigten die von ihnen geforderte Lohnerhöhung von plus 60% durchzusetzen.

Vor diesem Teilerfolg konsequent gewerkschaftlicher Auseinandersetzungen fordern auch die Beschäftigten der anderen internationalen Konzerne, Fabriken und Unternehmen eine Aufkündung des faulen KV-Kompromisses und eine kämpferische Neuverhandlung des Metall-Kollektivvertrags auf Grundlage des Bosch-Ergebnisses.

Diesen berechtigten Interessen der Arbeitenden stellen sich in trauter Einheit jedoch sowohl der Arbeitgeber-Verband „MESS“ wie auch die gelbe Gewerkschaftsführung von „Türk Metal“ mit allen Mitteln entgegen – bis hin zu brutalen tätlichen Angriffen auf die Streikenden. Die Gewerkschaftsführung macht sich mit diesen Prügel-Orgien einmal mehr zum billigen Erfüllungsgehilfen der Unternehmer, die dem jetzigen Lohnkampf in einer Erklärung umgehend eine Absage erteilten: es solle dahingehend erst gar „keine Hoffnungen aufkommen“ und „Abstand genommen werden von [so genanntem] illegalen Verhalten, die zur Störung der Arbeitsordnung führen könnten.“

  • Wir solidarisieren uns als KOMintern mit dem nun entfachten Kampf der Metall-ArbeiterInnen!
  • Wir unterstützen die berechtigten Forderungen um kräftige Lohnerhöhungen und würdige Arbeitsbedingungen!
  • Wir fordern mit den kämpfenden KollegInnen zugleich eine Garantie für die Nichtentlassung der aktiven und streikenden ArbeiterInnen!
  • Wir fordern die Konzern- und Branchen-Belegschaften sowie inner- und überbetriebliche Vertretungen international auf, sich mit ihren KollegInnen in der Türkei aktiv zu solidarisieren!
  • Wir fordern die in Österreich zuständige Gewerkschaft Pro-GE wie auch das internationale Referat des ÖGB auf, klar Stellung im Interesse der zehntausenden Beschäftigten in Bursa zu beziehen!

Hoch die Internationale Solidarität!

 Yaşasın Enternasyonal Dayanışma!