RB: Salzburger Festspiele des Society-Kapitals: 2. Akt

Der gestrige gewerkschafts- und arbeiterfeindliche Affront des Servus TV-Eigentümers Dietrich Mateschitz, den TV-Kanal aufgrund einer vermuteten Initiative zur Gründung eines Betriebsrates dicht zu machen, fand heute mit einer Groteske seine Fortsetzung. theater

Nach einem „konstruktiven Gespräch“ mit Gewerkschaft und Arbeiterkammer in „gegenseitigem … Verständnis der jeweiligen Positionen und Standpunkte“, schlüpften die „Arbeitnehmervertretungen“ denn auch sogleich in die Rolle der Komparsen und nehmen hinkünftig still und leise auf den hinteren Zuschauerrängen Platz – aktive Gewerkschaftsarbeit weit von sich weisend: „Wir mischen uns von außen nirgendwo ein“. Die Belegschaft wiederum unterlässt es, die Bühne zu betreten. Dafür lässt der Dosen-Patron den Vorhang nicht fallen und führt den Sender weiter. Was nebenbei beweist, dass finanzielle Aspekte mitnichten im Vordergrund standen. Stritt die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung einst noch heftig um die mögliche Katharsis (die seelische Reinigung als Wirkung von Tragödien) infolge aufgeführter Bühnenstücke oder realer Dramen, applaudiert deren heutige Führungs-Generation auch noch devot der eigenen Selbstdelegitimation wie des neuen Akts der Ramponierung, Untergrabung bis offenen Zertrümmerung der Arbeits- und Kampfbedingungen – und sagt zum Abschied leise Servus.

Ändern wir die Regie und übernehmen wir die Bühne sowie das ganze Theater in Text und Geist des „Roten Wedding“:
„Hier wird nicht gemeckert, hier gibt es Dampf
denn was wir spielen, ist Klassenkampf …!“

 

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