12-Stunden-Tag: Sozialdemokratie verkauft Gesundheit der Beschäftigten

 

„Auch in unserer Branche muss der Kampf um bessere Arbeitsbedingungen und höhere Einkommen geführt werden!“ DSA Selma Schacht, Arbeiterkammerrätin von KOMintern & Betriebsratsvorsitzende im SozialbereichKommentar von AK-Rätin Selma Schacht, KOMintern:

Das Drehen und Winden von AK- und ÖGB-Führung aufgrund des berechtigten Aufschreis gegen die Einführung des 12-Stunden-Tags nimmt immer absurdere Züge an.
Foglar, Kaske & Co. sehen sich bemüßigt, permanent zu betonen, dass der 12-Stundentag nicht „generell“ eingeführt werde – sondern eh nur „unter ganz bestimmten Bedingungen“. Diese Gleitzeit-Bedingungen betreffen jedoch in Österreich hunderttausende Beschäftigte, und wir wissen dass in der Realität die groß gepriesene „Selbstbestimmung“ der Arbeitszeit oftmals nicht gegeben ist. Den klassischen Nine-to-Five-Schreibtischjob, in dem der Beschäftigte selber bestimmt wann er kommt und geht, was wann erledigt wird und es egal ist ob mal was zwei Tage liegen bleibt gibt es für immer weniger Menschen. In Wirklichkeit wird immer mehr Verantwortung und Arbeit auf den/die einzelne übergestülpt und damit Personal eingespart.
Besonders drastisch sieht man dies an den Millionen unbezahlten Überstunden, die sowieso schon jährlich geleistet werden.
Dass dann auch noch von unserer „Arbeitnehmervertretung“ das Argument vorgeschoben wird, dass diese Neuregelung im Interesse der Beschäftigten läge, ist an Zynismus kaum zu überbieten. Eine 4-Tage-Woche und damit ein längerer Freizeitblock sollen ermöglicht werden –  aber dies ist jetzt auch schon längst möglich! Wer nachrechnet, weiß: 4 mal 10 Stunden ergeben nun mal schon die gesetzliche Wochenarbeitszeit von 40 Stunden, insofern ist eine Ausweitung der Stunden gar nicht notwendig. Außer man möchte den Kniefall vor den Unternehmen machen, dass statt mehr Personal, besserer Arbeitsorganisation und weniger Intensivierung eben ganz einfach Überstunden möglich sind.
Dass Beschäftigte aufgrund der massiven Intensivierung des Arbeitslebens danach lechzen, längere Freizeitblöcke zu bekommen und damit endlich mal abschalten zu können, ist logisch. Die korrekte Antwort darauf wäre jedoch, endlich die generelle Arbeitszeitverkürzung einzufordern und auch zu erkämpfen – und nicht, für Verbesserungen auf der einen Seite die Gesundheit der Beschäftigten auf der anderen Seite zu verkaufen. Denn dass überlange Arbeitsage sich massiv gesundheitlich negativ auswirken, wurde schon in dutzenden Studien – meist im Auftrag von AK bzw. Gewerkschaften! – nachgewiesen.

  • Wir wollen unsere Gesundheit und unsere Rechte nicht in schalen Kompromissen verkaufen lassen!
  • Arbeitszeitverkürzung statt Flexibilisierung!
  • Nein zu diesem „Sozial“partner-Deal!

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