Von Chiapas bis Rojava – mehr als nur Zufälle

Zapatistas im Anflug auf Wien – 14.9. Großempfang am Flughafen Schwechat!

Anlässlich der historischen Europa-Delegation bzw. Delegationen in alle fünf Kontinente der Zapatistas zum Dialog mit den europäischen und weltweiten Bewegungen von Unten, und ihrem unmittelbar bevorstehenden Eintreffen am 14.9. in Wien, nachstehend der bereits 2015 gezogene Vergleich der zapatistischen Bewegung mit der kurdischen Autonomiebewegung in Rojava von Petar Stanchev. Die beiden in Bezug zu setzen liegt natürlich nicht nur deshalb nahe, weil sie ähnlich sichtbare Aufbrüche verkörpern, sondern auch deshalb, da sie vielerlei Parallelitäten aufweisen und vielfach auf gleichen Prinzipien aufruhen.

Stanchevs im „Kurdistan Report“ Februar 2015 erschienener, von uns hier leicht bearbeitet und gekürzt wiedergegebener Vergleich, ist in seiner Intention freilich zugleich in der Traditionslinie eines linken, libertären Plädoyers verfasst. Auch wenn wir als KommunistInnen in Marxscher Tradition mit diesen Fußpunkten seiner Abhandlung nicht d’accord gehen, und die vielfältigen einfachhin antietatistischen, antinationalen, libertären Interpretationsstränge insgesamt für reichlich verkürzte Interpretationen halten, sowie uns der Unschärfen der antikapitalistischen und sozialistischen Politiken an den beiden internationalen Brennpunkten linker Emanzipations-Projekte bewusst sind,  mindert dies mitnichten deren geschichtliche und internationale ausnehmende Bedeutung und den informativen Gehalt der Ausführungen der vorliegenden Abhandlung „Von Chiapas bis Rojava“.

Von Petar Stanchev

Die bis Herbst 2014 nahezu unbekannte kurdische Stadt Kobanê erlangte mit ihrem entschlossenen Widerstand gegen die Invasion des IS weltweite Aufmerksamkeit und wurde zu einem internationalen Symbol, vergleichbar mit der Verteidigung Madrids oder Stalingrads. Der Mut und der Heroismus der Volksverteidigungseinheiten (YPG) und der Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) wurden von einem breiten Spektrum von Gruppen und Personen gelobt – die offen Symphatie und Bewunderung zeigten gegenüber den Männern und Frauen aus Kobanê in ihrem historischen Kampf gegen das, was oft IS-Faschismus genannt wird. Die Mainstream-Medien waren gezwungen, ihr Schweigen über die kurdische Autonomie zu brechen, und schon bald wurden zahlreiche Artikel und Sendungen ausgestrahlt und veröffentlicht, die allerdings die Härte und Entschlossenheit der kurdischen Kämpfer und Kämpferinnen häufig mit einem gewissen Hauch von Exotismus darstellten. Wie auch immer, diese Aufmerksamkeit war oft selektiv und einseitig – der wirkliche Inhalt des politischen Projekts in Rojava (Westkurdistan) wurde beiseitegelassen und die Medien zogen es vor, den Widerstand in Kobanê als eine sonderbare Ausnahme im vermeintlichen Barbarismus des Mittleren Ostens darzustellen. Nicht überraschend, dass der rote Stern, welcher auf den Siegesflaggen der YPG und der YPJ prangt, keinen Anziehungspunkt in den Augen der westlichen Mächte und ihrer Medien darstellte. Die autonomen Kantone von Rojava repräsentieren eine eigene, regionale Antwort auf die Konflikte im Mittleren Osten, die Basisdemokratie, ethnische, soziale und geschlechtsbezogene Rechte umfasst und zugleich sowohl den IS-Terror als auch die liberale Demokratie und die kapitalistische Wirtschaft ablehnt. Obwohl der Westen es vorgezogen habe, hinsichtlich dieses Sachverhalts zu schweigen, sei diese ideologische Grundlage der Schlüssel zum Verständnis der Haltung, welche das Epos Kobanê geschrieben und die Welt fasziniert hat, stellte kürzlich die kurdische Aktivistin und Akademikerin Dilar Dirik klar.

Als sich die Kämpfe um jede Straße und Ecke der Stadt intensivierten, gelang es Kobanê, die Fantasien der Linken, und besonders der libertären Linken, auf sich zu ziehen als ein Symbol des Widerstands und Kampfes, und bald war sie im Pantheon einiger der symbolträchtigsten Kämpfe für die Menschlichkeit, wie zum Beispiel der Verteidigung Madrids gegen die Faschisten in den 1930ern. Es war kein Zufall, dass die türkische marxistisch-leninistische Gruppe MLKP, die die Einheiten der YPG/YPJ in den umkämpften Gebieten unterstützte, am Tag ihrer Befreiung die Flagge der spanischen Republik über den Ruinen der Stadt hisste und, dem Beispiel der spanischen Revolution folgend, dazu aufrief, internationale Brigaden zu bilden. Es war nicht der Kampf um Kobanê selbst, sondern das Wesen des Kantons Rojava, die Einführung direkter Basisdemokratie, die Beteiligung von Frauen und verschiedenen ethnischen Gruppen an der autonomen Regierung, welche den Anlass gaben für den Vergleich mit der spanischen Revolution. Ein weiterer Zusammenhang wurde kurz in verschiedenen Artikeln erwähnt: Die Revolution in Rojava und ihre autonome Regierung wurden mit den Zapatisten und deren Autonomie im Süden Mexikos verglichen. Die Tragweite dieses Vergleichs könnte entscheidend sein für das Verständnis des Paradigmas des revolutionären Kampfes in Kurdistan sowie dessen Bedeutung für jene, die glauben, dass eine andere Welt möglich ist.

Die Bewegung der Zapatisten ist wahrscheinlich weltweit eine der symbolträchtigsten und wirkmächtigsten Elemente der revolutionären Bilder seit dem Fall der sozialistischen Systeme in den späten 1980ern und den frühen 1990ern. Am Morgen des 1. Januar 1994 übernahm eine unbekannte Guerillagruppe aus indigenen Mayas die Macht über die wichtigsten Städte im südlichen, hauptsächlich mexikanischen, Staat Chiapas. Die Militäroperation wurde mit strategischer Brillanz ausgeführt und mit der innovativen Nutzung des Internets kombiniert, das die Nachricht der Revolutionäre verbreitete und um die Welt schickte, um die internationale Solidarität und das Entstehen einer globalisierungskritischen Bewegung anzuregen. Die Rebellion der Zapatisten richtete sich gegen den neoliberalen Kapitalismus und den sozialen und kulturellen Genozid an der indigenen Bevölkerung Mexikos. Ya Basta – es reicht! – war der Kampfschrei, der bekannt wurde aus der Nacht der »500 Jahre der Unterdrückung«, wie es in der ersten Erklärung aus der Selva Lacandona bezeichnet wurde. Die Zapatisten wuchsen unter Waffen auf, als das globale Kapital das »Ende der Geschichte« zelebrierte und die Idee der sozialen Revolution ein romantischer Anachronismus aus der Vergangenheit zu sein schien. Die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung wurde in 12 Tagen intensiven Kampfes mit der mexikanischen Bundesarmee aus den Städten gezwungen, aber es zeigte sich, dass die verborgene horizontale Organisation in den indigenen Communities nicht durch irgendwelche militärischen Interventionen oder Terror beseitigt werden konnte.

Wo sind die Ähnlichkeiten zur Revolution in Rojava?

Ein geteilter historischer Weg

Die Wurzeln der Demokratischen Autonomie in Rojava können nur anhand der Geschichte der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) verstanden werden, jener Organisation, die seit ihrer Gründung 1978 zentral für die kurdische Befreiungsbewegung ist. Die PKK wurde als marxistisch-leninistische Guerilla in Nordkurdistan, das Teil des türkischen Staates ist, gegründet und kombinierte die Ideen der nationalen und der sozialen Befreiung. Sie wuchs unter der Führung von Abdullah Öcalan zu einer starken Guerillagruppe und schaffte es, die zweitgrößte Armee der NATO in einem Konflikt herauszufordern, der mehr als 40 000 Menschen das Leben kostete. Der türkische Staat vertrieb Hunderttausende und wendete Berichten zufolge Folter, Mord und Vergewaltigung gegen die Zivilbevölkerung an, aber er schaffte es nicht, die Willenskraft des kurdischen Widerstands zu brechen. Seit ihrer Gründung hat die PKK ihren Einfluss sowohl in der Türkei als auch in anderen Teilen Kurdistans ausgeweitet. Die führende politische Kraft in der Revolution Rojavas – die Partei der Demokratischen Einheit (PYD) – ist mit ihr über die Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans (KCK) verbunden. Diese Dachorganisation umfasst verschiedene revolutionäre und politische Gruppen, die die Ideen der PKK teilen. Die Ideologie, die die verschiedenen zivilgesellschaftlichen und revolutionären Gruppen der KCK vereint, nennt sich Demokratischer Konföderalismus und basiert auf den Ideen des US-Anarchisten Murray Bookchin, der für eine hierarchielose Gesellschaft plädierte, basierend auf Ideen der sozialen Ökologie, des libertären Kommunalismus und direkter Demokratie.

Obwohl die Zapatisten bekannt sind für ihre autonome Regierung und für ihre Ablehnung der Auffassung der historischen Elite, stehen die Wurzeln der Organisation auch in Verbindung mit dem Marxismus-Leninismus und wie im Falle der PKK war die Idee der Selbstbestimmung und der Revolution von unten das Produkt einer langen historischen Entwicklung. Die EZLN wurde 1983 von einer urbanen Guerillagruppe gegründet, vorrangig Marxisten-Leninisten, die beschlossen, eine revolutionäre Zelle unter der indigenen Bevölkerung Chiapas´ aufzubauen, eine Guerilla-Einheit zu organisieren und über einen Guerillakrieg die Macht zu übernehmen. Schnell bemerkten sie, dass ihre ideologischen Dogmen nicht zu den indigenen Realitäten passten, und begannen von den kommunalen Traditionen des Regierens der indigenen Bevölkerung zu lernen. So wurde der Zapatismus geboren aus einer Fusion des Marxismus und der Erfahrung und des Wissens der indigenen Bevölkerung, die sowohl gegen den spanischen als auch später gegen den mexikanischen Staat Widerstand geleistet hatte.

Dieser geteilte ideologische Weg zeigt eine historische Wende im Verständnis des revolutionären Prozesses. Der zapatistische Aufstand und die Gründung der Autonomie in Chiapas zeigten einen Bruch mit den traditionellen Guerilla-Strategien, die vorrangig von der kubanischen Revolution inspiriert waren.  (…)

Kantone und Caracoles – Freiheit hier und jetzt

Die wahrscheinlich wichtigste Ähnlichkeit zwischen der Revolution in Rojava und der in Chiapas ist die an beiden Orten stattfindende, soziale und politische Reorganisation, die auf der libertären Ideologie der beiden Organisationen basiert.

Die zapatistische Autonomie in ihrer gegenwärtigen Form hat ihre Ursprünge im Scheitern der Friedensverhandlungen mit der mexikanischen Regierung nach dem Aufstand 1994. Während der Friedensverhandlungen verlangten die Rebellen von der Regierung die Einhaltung des Abkommens von San Andres, in dem das Recht der indigenen Bevölkerung festgehalten ist, auf ihren Traditionen basierend Autonomie, Erziehung, Justiz und politische Organisation zu gestalten sowie das Recht auf die kommunale Kontrolle über das Land und die Ressourcen der Gebiete, die dazu gehören. Diese Vereinbarungen wurden nie durch die Regierung umgesetzt und 2001 unterstützte Präsident Fox eine überarbeitete Version, für die im Kongress abgestimmt wurde, aber die nicht den Bedürfnissen der Zapatisten und anderer Widerstandsgruppen entsprach. Dieser Vorgang wurde als »Verrat« verstanden und provozierte die EZLN dazu, zwei Jahre später die fünf Rebellenzonen aufzubauen, welche sich in fünf Caracoles (Schnecken) konzentrieren, die als regionale Verwaltungszentren dienen. Der Name Caracoles steht für das revolutionäre Konzept der Zapatisten – wir machen es selbst, wir lernen im Prozess und wir machen Fortschritte, langsam, aber wir machen Fortschritte. Die Caracoles beinhalten drei Ebenen der autonomen Regierung – die Gemeinde, die Kommune und die Junta der Guten Regierung. Die beiden erstgenannten basieren auf basisdemokratischen Versammlungen, aus der die Junta der Guten Regierung gewählt wird, verbunden mit einem Rotationsprinzip aufgrund der Absicht, über die Jahre so viele Menschen wie möglich an der Regierung zu beteiligen. Die Autonomie hat ihr eigenes Erziehungs-, Gesundheits- und Justizsystem, ebenso wie Kooperativen, die Kaffeeanbau, Viehzucht, Handarbeit, etc. betreiben.

(…) Freiheit könne nur hier und jetzt umgesetzt werden und die Revolution sei ein Prozess der ständigen Herausforderung des Status quo und des Aufbauens von Alternativen zu diesem.

Tatsächlich ähneln die Kantone Rojavas der Autonomie in Chiapas. Sie wurden 2013 durch die führende PYD ausgerufen und basieren auf den gegründeten Volksversammlungen und den demokratischen Räten. Frauen nehmen gleichberechtigt an der Entscheidungsfindung teil und sind in allen gewählten Positionen vertreten, die immer von einem Mann und einer Frau geteilt werden. Alle ethnischen Gruppen sind in der Regierung und ihren Institutionen vertreten. Gesundheitsversorgung und Erziehung sind ebenso durch das System des Demokratischen Konföderalismus garantiert und vor kurzem öffnete die erste Universität Rojavas, die Mesopotamische Akademie, ihre Türen mit dem Vorhaben, die hierarchischen Strukturen von Bildung in Frage zu stellen und einen anderen Zugang zum Lernen anzubieten.

Frauenrevolution

Das Geschlecht war immer ein zentraler Punkt in der zapatistischen Revolution. Die Situation der Frauen war, vor der Verbreitung der Organisation und der Einführung der Frauenbefreiung als zentralem Element des Kampfes, gezeichnet von Ausbeutung, Marginalisierung, Zwangsehen, physischer Gewalt und Diskriminierung. Aus diesem Grund betont Marcos, dass der erste Aufstand nicht 1994 stattfand, sondern 1993 mit der Einführung des revolutionären Frauengesetzes, das die Rahmenbedingungen für Geschlechtergleichheit und -gerechtigkeit setzte und den Frauen in den revolutionären Gebieten das Recht auf individuelle Autonomie, Emanzipation und Würde garantierte. Heute nehmen Frauen auf allen Ebenen der Regierung teil und haben ihre eigenen Kooperativen und ökonomischen Strukturen, um ihre ökonomische Unabhängigkeit zu garantieren. Frauen bildeten und bilden weiterhin einen großen Teil der Truppen der zapatistischen Guerilla und besetzen hohe Positionen in der Führung. Die Machtübernahme von San Cristobal de las Casas, der bedeutendsten Stadt, die von den Zapatisten während des Aufstandes 1994 eingenommen wurde, wurde auch von Frauen kommandiert, geführt von Comandanta Ramona, der ersten Zapatistin, die nach Mexiko-City geschickt wurde, um die Bewegung zu repräsentieren.

Es ist nicht schwer, die Massenbeteiligung der indigenen Frauen aus Chiapas in den zapatistischen Einheiten mit der Beteiligung der Frauen an der Verteidigung Kobanês und in den YPJ – den Frauenverteidigungseinheiten – zu vergleichen, die … in den westlichen Medien reißerisch dargestellt wurden. Wie dem auch sei, ihr Mut und ihre Entschlossenheit im Kampf gegen den IS sind ein Produkt einer langen Tradition der Beteiligung von Frauen am bewaffneten Kampf für soziale Befreiung in Kurdistan. Frauen haben eine zentrale Rolle in der PKK gespielt und dies ist unzweifelhaft verbunden mit der Bedeutung von Geschlecht im kurdischen Kampf. Die Revolution in Rojava hat einen starken Schwerpunkt auf der Befreiung der Frauen, nimmt diese als Notwendigkeit für die wirkliche Befreiung der Gesellschaft. Der theoretische Rahmen, der den Abbau des Patriarchats ins Zentrum des Kampfes stellt, heißt »Jineolojî«, ein von Abdullah Öcalan entwickeltes Konzept. Die Anwendung dieses Konzepts hat zu einem unbekannten empowerment von Frauen nicht nur im Mittleren Osten, sondern auch im Kontext des westlichen liberalen Feminismus geführt. Die Frauenversammlungen, die Strukturen der Kooperativen und die Frauenmilizen sind das Herz der Revolution, die als unvollständig angesehen wird, wenn sie nicht die patriarchalen Strukturen der Gesellschaft zerstört, die zu den Grundbausteinen des Kapitalismus zählen. (…)

Die Ökologie der Freiheit

»Die Ökologie der Freiheit« ist vermutlich das bedeutendste unter Bookchins Werken und sein Konzept der sozialen Ökologie wurde von den Revolutionären in Rojava übernommen. Seine Ansicht, dass die verbreitete Idee der Herrschaft der Menschheit über die Natur aus der tatsächlichen Herrschaft von Menschen über Menschen stamme, verbindet das Patriarchat, Umweltzerstörung und den Kapitalismus und zeigt ihre Abschaffung als einzigen Weg zu einer gerechten Gesellschaft. Ein solch holistischer Zugang wurde auch von Zapatisten vertreten und umgesetzt. Nachhaltigkeit war auch ein zentrales Thema, besonders nach der Schaffung der Caracoles 2003. Die autonome Regierung versuchte das Wissen ihrer Vorfahren bezüglich der nachhaltigen Landnutzung zu aktivieren und dieses mit anderen agro-ökologischen Praktiken zu verbinden. Diese Logik ist nicht nur eine Sache der Verbesserung von Lebensbedingungen in den Gemeinden und der Vermeidung des Gebrauchs von Agrochemikalien, es ist die Ablehnung der üblichen Auffassung, dass großangelegte industrielle Landwirtschaft der »primitiven« Landwirtschaft der indigenen Bevölkerung überlegen sei, und stellt als solche eine kraftvolle Herausforderung der neoliberalen Logik dar.

Der Weg zur Autonomie – das neue revolutionäre Paradigma

Die Ähnlichkeiten zwischen dem System des Demokratischen Konföderalismus, wie er in Westkurdistan entwickelt wurde, und der Autonomie in Chiapas gehen noch weit über die wenigen Punkte hinaus, die ich in diesem Artikel betont habe. Von Slogans wie »Ya Basta«, im Kurdischen übernommen als »êdî bes e«, zur direkten Demokratie, kommunalen ökonomischen Strukturen und der Beteiligung von Frauen die ähnlichen Wege, die die kurdische Bewegung und die Zapatisten eingenommen haben (…)

Eine Welt ohne Hierarchie, Herrschaft, Kapitalismus und Umweltzerstörung – oder wie die Zapatisten sagen: eine Welt, in der viele Welten Platz haben – wurde von den Mainstream-Medien, dem Bildungssystem und der Politik oft als utopisch und unrealistisch dargestellt. Jedoch ist diese Welt keine Zukunftsutopie aus Büchern – sie entsteht hier und jetzt und die Beispiele der Zapatisten und Kurden sind mächtige Waffen, um unser Vorstellungsvermögen hinsichtlich eines wirklichen radikalen Wandels der Gesellschaft wieder zu entzünden, und zugleich ein Modell, von dem wir für unseren Kampf lernen können. Die roten Sterne, die über Chiapas und Rojava scheinen, werfen ihr Licht auf den Weg der Befreiung und wenn wir in einem Wort zusammenfassen müssen, was diese beiden Kämpfe zusammenbringt, würde es definitiv folgendes sein: »Autonomie«.

Foto: Darij Zadnikar, flickr (CC BY 2.0)

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