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“Wir haben eine starke Waffe: die internationale Solidarität”

internationale solidaritätRede von KOMintern-Aktivisten Helmuth Fellner an die Streikenden von PUNTO, Zeytinburnu/Istanbul

Die hochspezialisierten Arbeiter und Arbeiterinnen leisten seit 1993 bei PUNTO Deri ganz hervorragende Arbeit. Sie erzeugen hochwertige Luxusgüter für Firmen wie Burberry, Karl Lagerfeld, Versace, Lacoste, Giorgio Armani und so weiter. Die Reichen dieser Welt wissen die Produkte von Punto zu schätzen, wissen aber nichts von den Produzenten, von ihrem Kampf für gerechte Löhne, soziale Arbeitsbedingungen und gewerkschaftliche Organisierung. Und die Firmenleitung von Punto will davon auch nichts wissen, im Gegenteil: Wer sich für seine Rechte wehrt, wird unter Druck gesetzt, diskriminiert und schließlich gefeuert.

Seit 2012 versuchen die Arbeiter bei Punto Deri eine Gewerkschaft aufzubauen. Dabei geht es um ein ganz elementares Menschenrecht, um die Organisierung für eine Verteidigung der sozialen Rechte! Als sich auf Grund des zunehmenden Organisierungsgrades ein Erfolg dieser Bemühungen abzeichnete, begannen die Arbeitgeber die Arbeiter zu drangsalieren. Mit Hilfe ihrer Rechtsvertreter, die eigentlich Rechtsverdreher heißen sollten, wurden Gewerkschaftsmitglieder gestrichen oder gezwungen, ihre Mitgliedschaft zurückzuziehen, wenn sie ihre Arbeit behalten wollten.

Diese Methode gibt es seit der Antike, sie heißt im Lateinischen DIVIDE ET IMPERA, also: Teile und herrsche! Die Spaltung der Belegschaft gelang jedoch nicht wirklich. Viele weigerten sich ihre Interessenvertretung zu verraten. Die meisten, die zunächst ihre Mitgliedschaft zurückgezogen hatten, wurden jedoch gleich wieder Mitglieder.

Da die Arbeitgeber mit ihren notariellen Erpressungsmethoden keine wirklichen Resultate erreichten, setzten sie eine Entlassungswelle in Gang, am 2. August 2013 wurden die ersten, vor allem die aktivsten Gewerkschaftsmitglieder entlassen. Diese Mitglieder galten als die aktivsten Mitglieder. Der Arbeitgeber verstärkten den Druck. Die gekündigten Mitglieder gaben die einzig richtige Antwort: STREIK ! Dieser Widerstand wurde in der Öffentlichkeit, durch die Presse und die Medien bekannt. Nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland.

Dies ist mit ein Grund, warum ich heute, als Mitglied einer gewerkschaftlichen Gruppierung in Österreich, der KOMintern, in der Arbeiter und Arbeiterinnen unterschiedlicher Herkunft zusammen arbeiten, diskutieren und kämpfen, vor euch stehe. Ich möchte euch meine Solidarität und die meiner Kollegen und Genossen bekunden und übermitteln.

Die meisten Arbeiter von Maksut Deri sind Mitglied in unserer Gewerkschaft. Die Arbeitgeber haben erklärt dass sie die Fabrik Maksut TAT zum 31.12.13 schließen werden. Der Grund dafür ist ganz einfach, man will Arbeit der Gewerkschaft verhindern.

Die Arbeitgeber haben erklärt dass sie die zu PUNTO gehörige Fabrik Maksut TAT mit Ende des Jahres schließen werden, denn in dieser Fabrik sind die meisten Arbeiter Mitglieder in der Gewerkschaft. Hier zeigt sich das wahre Gesicht der Unternehmer: Man will die Arbeit der Gewerkschaft verhindern, um den Arbeitern diese wichtige Waffe im Kampf gegen forcierte Ausbeutung zu nehmen.

Liebe KollegInnen, liebe Kollegen,

solche und ähnliche Fälle gibt es weltweit unzählige. Das internationale Kapital versucht in einer Langzeit-Strategie ständig die Ausbeutung zu verschärfen, um zusätzliche Profite aus den Arbeitern zu pressen. Und die Kapitalisten versuchen auch erworbene und erkämpfte Rechte einzudämmen oder abzuschaffen und die gewerkschaftliche und politische Organisierung der Arbeiterklasse zu verhindern.

Daher ist euer Kampf, ist der Kampf der Arbeiterinnen und Arbeiter bei PUNTO nicht nur ein gerechter Kampf, sondern auch ein beispielhafter Kampf für die Arbeiter in anderen Bereichen eures Landes, aber auch darüber hinaus für die Arbeiter Europas, ja der ganzen Welt.

Die Arbeiterinnen und Arbeiter, woher auch immer sie kommen, wo auch immer sie arbeiten und für ihre Rechte kämpfen, haben gemeinsame soziale und politische Interessen. Diese gilt es überall einzufordern. Unsere Gegner sind mächtig, doch wir haben eine starke Waffe dagegen: die internationale Solidarität !

Wir die Gewerkschafter der KOMintern in Österreich unterstützen die gerechten Forderungen eurer Gewerkschaft:

  • Sofortige Wiedereinstellung der entlassenen ArbeiterInnen!
  • Anerkennung der Gewerkschaften als legitime Vertreter ihre Mitglieder !
  • Verbesserung der Arbeitsbedingungen durch einen schriftlichen Vertrag zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeber!

Für volle gewerkschaftliche Rechte für alle Arbeiter!
Hoch die internationale Solidarität!
Venceremos !