Die klassenkämpferische Kraft!
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Wir sind sozial, aber nicht blöd!

kg_demoDas Lohn und Gehaltsniveau im Gesundheits- und Sozialbereich liegt bis zu 20 % unter dem österreichischen Durchschnittseinkommen. Dazu kommt noch, dass eine außergewöhnlich hohe Anzahl an Beschäftigten lediglich Teilzeitjobs haben, was das Einkommen noch mal drastisch reduziert und viele trotz Arbeit in die Armut treibt.

Der Unmut unter Kolleginnen und Kollegen ist groß. Die Bereitschaft, sich zu wehren zeigt sich seit mehreren Jahren bei den großen Protesten/Demonstrationen, die die KV-Verhandlungen begleiten. Doch viele von uns haben das Gefühl, dass die Abschlüsse weder dem entsprechen, was nötig ist noch dem, wofür wir bereit sind zu kämpfen. Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Einrichtungen und Bundesländern wollen sich vernetzen, damit bei den diesjährigen Verhandlungen ein Ergebnis herauskommt, dass wirklich eine Verbesserung darstellt.
Dazu zuerst ein paar inhaltliche Punkte, dann was schon passiert ist sowie Vorschläge für die nächsten Schritte – werde mit uns gemeinsam aktiv!

1) Was wir wollen:
Die KV-Lohnerhöhungen bewegen sich jedes Jahr um die Inflationsrate. Das bedeutet – da die Steuer netto wenig von der Erhöhung übrig lässt und gerade bei notwendigen Ausgaben wie Miete, Energie und täglicher Einkauf die Inflationsrate zu gering bemessen ist – jedes Jahr für viele einen Reallohnverlust.

Deshalb fordern wir:

Lohn- und Gehaltserhöhung um 7 %, mindestens jedoch € 150,-

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In keiner Branche ist die Burn-Out-Gefährdung so hoch wie im Gesundheits- und Sozialbereich. Ebenso eklatant überdurchschnittlich sind die gesundheitlichen Schäden in unserer Berufsgruppe. Viele Kolleginnen und Kollegen – hier vor allem bei den Pflegediensten – werden aufgrund der physisch und psychisch anstrengenden Arbeit berufs- oder gar arbeitsunfähig.

Dem ist nur mit einer generellen Arbeitszeitverkürzung beizukommen.

Deshalb fordern wir:

1 Woche mehr Urlaub ab dem ersten Arbeitsjahr

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Prekäre Beschäftigung hat in erster Linie auf die betroffenen KollegInnen negative Auswirkungen. Unregelmäßige und teilweise nicht vorhersehbare Arbeitszeiten wirken sich auf das Einkommen aus und machen die private Freizeitplanung oft unmöglich. LeiharbeiterInnen – ohnehin am unteren Ende der Einkommensskala – wissen oft nicht ob, bzw. wo sie die nächste Woche oder das nächste Monat arbeiten werden.

Gleichzeitig verschlechtert es aber auch die Betreuungsqualität für die PatientInnen und KlientInnen. Wenn die Betreuenden oftmals wechseln, kann sich keine Vertrauensbasis aufbauen, die ein wichtiger Bestandteil im Pflegebereich ist.

Deshalb fordern wir:

Die ArbeitgeberInnen sollen sich verpflichten, keine prekären Dienstverträge auszustellen.

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Am 30 Jänner 2013 gingen 7.000 Kolleginnen und Kollegen auf die Straße, um für einen ordentlichen KV-Abschluss zu demonstrieren. Bei der Schlusskundgebung tönten noch markige Sprüche wie: „Unter 3 % gehen wir nicht“ von der Bühne.

Nur 5 Tage später am 4. Februar wurde mit 2,75 % und unzureichenden rahmenrechtlichen Änderungen abgeschlossen.
Jedoch war fast die Hälfte des Verhandlungsgremiums gegen einen solchen geringen Abschluss – hätte es nur eine Gegenstimme mehr gegeben, wären die Verhandlungen unterbrochen worden, und es hätten sich weitergehende Proteste formieren können.

Selbstverständlich haben wir alle in unserer Branche Verantwortung gegenüber unseren KlientInnen und nehmen diese auch wahr. Wir haben aber auch Verantwortung gegenüber uns selbst und unseren Familien, die wir auch wahrnehmen müssen.
Daher ist es notwendig, dass wir unsere Proteste möglichst gemeinsam mit unseren KlientInnen organisieren. Dafür ist eine bewusste und bewusstseinsbildende Vorarbeit sowohl mit den KlientInnen und Angehörigen, als auch mit den KollegInnen notwendig.
Viele internationale und österreichische Beispiele zeigen, dass durch Vernetzung und gute Vorbereitung Aktionen und Streiks im Gesundheits- und Sozialbereich sehr wohl möglich sind!

Deshalb fordern wir:

Ernsthafte Vorbereitung und die Durchführung von gewerkschaftlichen Kampfmaßnahmen, um heuer einen besseren KV-Abschluss zu erzielen. Abgeschlossen werden darf erst nach Diskussionen und Urabstimmungen in den Betrieben.

2) Was bisher geschah:
Wir möchten mit dieser Initiative eine Kampagne starten, die uns bei den kommenden KV-Verhandlungen einem guten Ergebnis einen Schritt näher bringt und laden alle ein mit uns gemeinsam zu kämpfen. Anfang September gab es eine erste Diskussion zum Thema an dem u.a. Selma Schacht (Betriebsratsvorsitzende “Wiener Kinder- und Jugendbetreuung“, sowie Vorsitzende von „work@social“), Herbert Wanko (Betriebsrat bei „Jugend am Werk, Lehrlingsausbildung“) und andere im Gesundheits- und Sozialbereich Beschäftigte teilgenommen haben.
Mittlerweile hat die Belegschaft des „Theresienguts“ – eines kleinen oberösterreichischen Betriebes des Behindertenbereichs – bei einer Betriebsversammlung die oben stehenden Forderungen beschlossen und darüber hinaus auch Arbeitszeitverkürzung, wie auch die Erhöhung des Betreuungsschlüssels gefordert.
In Linz und in Wien wurden bereits Unterschriften von KollegInnen und UnterstützerInnen unserer Forderungen gesammelt.

3) Die nächsten Schritte:
Am 9. Dezember werden „unsere“ Forderungen übergeben. Vorher müssen wir die Möglichkeiten nutzen, dass es tatsächlich unsere Forderungen sind, durch Diskussionen in Betriebsversammlung oder anderen Treffen mit Kolleginnen und Kollegen. Wir müssen uns mit anderen Belegschaften vernetzen und laden deswegen auch Dich zum nächsten Treffen ein.
Selbstverständlich wollen wir die Kampagne nicht auf Wien beschränken und hoffen, dass auch in anderen Bundesländern Treffen stattfinden. Dabei wollen wir gemeinsame Forderungen beschließen und auch planen, wie wir diese erreichen wollen. Denn Kampfmaßnahmen im Sozialbereich sind schwer, aber möglich!
Als weiteren Schritt streben wir eine bundesweite Konferenz mit allen KollegInnen und Kollegen an, denen ein guter Abschluss wichtig ist.

Kontakte:

* Der BLOG von “Wir sind sozial, aber nicht blöd”
* Die FACEBOOK-Seite von “Wir sind sozial, aber nicht blöd”

Wien:

Für Treffen in Linz kontaktiert bitte:

Für Treffen in Graz kontaktiert bitte: