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Metall-KV: Kniefall mit fataler Signalwirkung!

Schweisser2,1% auf die IST-Löhne und -Gehälter, 36,- Euro pro Monat brutto auf die Mindest-Löhne, sowie die bloße Inflationsanpassung der Zulagen  ist ein Schlag ins Gesicht der Metall-Beschäftigten und ein fatales Signal für die gesamten heurigen KV-Runden.

Es müsse schon ordentlich scheppern im Geldbörsel – hat Pro-GE-Chefverhandler Wimmer zu KV-Runden-Beginn noch getönt. Und in der Tat: nach Jahren des Reallohnverlustes wären kräftige Lohnerhöhungen unabdingbar.

Wie die Lohnentwicklungen der letzten Jahre wirklich im Argen liegen, davon zeugen selbst die Stellungnahmen der finanzkapitalistischen Zentralinstitute. So plädierten IWF, EZB  und Deutsche Bundesbank aufgrund des immer stärkeren Verfalls der Einkommen und der dadurch absaufenden Binnennachfrage mittlerweile etwa für Deutschland bereits ihrerseits für Lohnerhöhungen von 3% – 3,25%!

Umgelegt auf Österreich – mit sowohl höheren Arbeitsproduktivitätssteigerungen wie auch höherer Inflation – würde dies bedeuten, dass Lohn- und Gehaltsabschlüsse unter 4% – 4,5% sogar seitens der finanzkapitalistischen Zentralinstitute als unzureichend erscheinen. Um wie viel mehr aus Perspektive der Arbeitenden!
Und nun? Vor drei Jahren konnte auf Boden geführter Streikauseinandersetzungen und Arbeitsniederlegungen noch eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 4,2%, und der unteren Einkommen von 5,3% durchgesetzt werden. Mit dem Säbelrasseln auf den BR-Konferenzen gegen die haarsträubendsten Ansinnen der FMMI-Vertreter, den Lohnverhandlungen anstatt der durchschnittl. Inflationsrate der letzten 12 Monate im Land von 1,7%, in einer geradezu grotesken Argumentationslinie (erstmalig) einen EU-Schnitt von 0,5% zugrunde legen und die Mindestlöhne nicht anheben zu wollen, konnte diesen Kapital-Vorstößen zwar Einhalt geboten werden. Aber:  Erneut hat sich gezeigt, dass ohne den Kampf offensiv aufzunehmen keine tragfähigen KV-Abschlüsse mit tatsächlichen Reallohnerhöhungen durchzusetzen sind.

Anstatt, gestützt auf eine breite Mobilisierung der Beschäftigten in den Betrieben eine offensive Lohnpolitik zu forcieren, wurde nun erneut in „sozialpartner“schaftlichem „Balance“-Streben die Interessen der Arbeitenden dem vielbeschworenen „sozialen Frieden“ geopfert.

Die operative Ertragslage Metall wäre, trotz teilweisen Gewinnrückgangs, hierfür recht ordentlich gewesen. Das Gejeiere einer „Profitkrise“ und von „Standortgefahr“ stellt nicht mehr als ein Zünden von Nebelkerzen dar – die zugleich verschleiern sollen, dass mit exorbitanten 66% oder 1,72 Mrd. Euro (mit den in Studien unerfassten Ausschüttungen real sogar über 2 Mrd. Euro) nach wie vor 2/3 des erarbeiteten Gewinns an die Aktionäre bzw. in die Muttergesellschaften sprudelt. Und mit diesem Abschluss verstärkt weiter sprudeln wird.

Der Metaller-Abschluss, einst KV-Lokomotive, hat als österr. „Leit-KV“ zugleich noch weit über die magere Teuerungsabgeltung der Branche hinaus Signalwirkung. Präjudiziert er doch auch die KV-Verhandlungen der anderen Branchen, und dabei nicht zuletzt der ohnehin hinterherhinkenden Niedriglohnsektoren.

Nach den Verhandlungen ist vor den Verhandlungen!
KOMintern fordert:
  • unverzügliche Einberufungen von Betriebsversammlung & BR-Konferenzen zum KV-Ergebnis!
  • gewerkschaftliche Urabstimmung zum Metaller-Abschluss!
  • Aktiv werden – verstärkte Organisierung für eine kämpferische Perspektive von unten!