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Leiharbeit: Schein & Sein einer Branche

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Die Leiharbeit nimmt permanent zu, ja sie ist insgesamt sogar der seit Jahren am schnellsten wachsende Wirtschaftsbereich Österreichs. Und sie ist eine Branche der Tricksereien und grasierenden Missbräuche.  Nicht zuletzt aufgrund der besonders schwer zu kontrollierenden Einhaltung ihrer gesetzlichen und kollektivvertraglichen Regeln. Die Leiharbeitsfirmen und Beschäftigerunternehmen sind zu beinahe jedem Schindluder bereit, um sie als „Billigarbeit“ oder ständige  „zweite Belegschaft“ neben der Stammbelegschaft zu missbrauchen. Dagegen hilft im Interesse sowohl der Leiharbeitskräfte wie auch der Stammbeschäftigten nur die vereinte Solidarität!

Gleichzeitig vollzog sich ein radikaler „Funktionswandel“. Ursprünglich mit dem Argument der „kurzfristigen Abdeckung der Produktionsspitzen“ eingeführt, mutiert die Leiharbeit immer mehr zur langfristigen und strukturellen „Überlassung“, sprich der Zurverfügungstellung von Arbeitskräften an Dritte:

  • aufgrund von Ausgliederungen seitens der Gebietskörperschaften (z.B. in Spitälern, Reinigung, …)
  • oder um den Aufnahmestopp im öffentlichen Dienst auszutarieren
  • sowie um im Konzerninteresse einzusparen, gültige KV-Regelung zu umgehen (z.B. Kündigungsfristen), die Belegschaften zu spalten bzw. zwecks „Bilanzkosmetik“ (Sachaufwand statt Personalaufwand)

Das drückt sich auch in den Überlassungszeiträumen aus. Waren etwa 2003 noch 21% der LeiharbeiterInnen länger als ein Jahr überlassen, so ein Jahrzehnt später bereits 35% – Tendenz steigend. Keinesfalls kann hier also von einer Abdeckung von kurzfristigen Auftragsspitzen gesprochen werden.

Dieser Entwicklung entsprechen zugleich massive sektorale Verschiebungen der Leiharbeit. Denn wenn von einer „Abdeckung der Produktionsspitzen“ die Rede ist, wird davon ausgegangen, dass sich Leiharbeit auf die Industrie konzentriert. Tatsächlich waren im Jahr 2000 noch über 50% der Leiharbeitskräfte in der Industrie im Einsatz. Mittlerweile haben Gewerbe, Handwerk und Dienstleistungen den Industriesektor allerdings mit über 60% der Überlassungen schon des längeren überflügelt und abgelöst.

  • Kräftige Zulagen bzw. „Referenzzuschläge“ für alle LeiharbeiterInnen!
  • Übernahme in die Stammbelegschaft nach sechs Monaten!
  • Verbot der profitorientierten Leiharbeit in der Privatwirtschaft!
  • Abschaffung der Arbeitskräfteüberlassung in und durch Bund, Land und Gemeinden!
  • >> Leiharbeit (solange nicht überhaupt zurückgedrängt) einzig unter einem staatlichen Monopol erlauben, das ausschließlich Produktions- und Auftragsspitzen abdeckt!