Die klassenkämpferische Kraft!
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Infoblatt Schoeller-Bleckmann

SBER: Unsere Antwort auf eine „Information”!Schoeller-Bleckmann-A4-20.2.2014

Nach der Veröffentlichung der „Information des SBER ARB-BR“ sind einige Dinge richtig zu stellen, die in diesem „Informationsblatt“ falsch dargestellt werden:

Es geht in der Tat um jeden Arbeitsplatz. Es geht aber auch um die Entlohnung und unsere Arbeitsbedingungen!

KOMintern ist keine  Gewerkschaftsorganisation einer Partei, sondern vielmehr ein kämpferisch-internationalistischer Zusammenschluß von Arbeitenden, Arbeitslosen und konsequenten BetriebsrätInnen wie gewerkschaftliches Kampfbündnis unterschiedlicher linker Kräfte.  Und obschon wir der tiefsten Überzeugung sind, dass auch in die AK NÖ dringen ein frischer Wind und eine konsequente, kämpferische Kraft und Stimme gehört, verfehlt die sehr durchsichtige Reduzierung darauf die  Realität.

Wir stehen schlicht konsequent für die Arbeits- und Lebensinteressen der Werktätigen ein – in der AK, den Betrieben, den Gewerkschaften, der aktiven Solidarität und gewerkschaftspolitischen Tagesarbeit.Dementsprechend sind bei KOMintern auch eine Vielzahl von BetriebsrätInnen und GewerkschaftsaktivistInnen aktiv, u.a. auch BR-Vorsitzende in Firmen mit hunderten Beschäftigten – in vielfach harten Auseinandersetzungen gemeinsam mit den Kollegen und KollegInnen um ihre Arbeitsinteressen stehend.

Was die wirtschaftliche Lage der Tubacex-Gruppe, deren Teil SBER ist, anbelangt,  ist allem Katzenjammer engegen zu konstatieren: Mit einem Weltmarktanteil von 22%, und nach Umsatz den 2. Platz einnehmend, ist die Tubacex-Gruppe hervorragend aufgestellt. Die Gewinnsteigerung von 26,5% 2013 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2012 sprechen darüber ebenso Bände, wie der internationale Aktienkurs des börsennotierten Weltkonzerns, der die letzten fünf Jahre um runde 36% zulegte und damit regelrecht durch die Decke schoss.

Wem nützt diese Betriebsvereinbarung? Wurden die Beschäftigten laufend über die Verhandlungen informiert? Wurden sie um ihre Meinung dazu befragt? Wurde über das Verhandlungsergebnis vor dem Abschluss der Vereinbarung diskutiert und abgestimmt? All diese Fragen muss sich ein gewählter Arbeitnehmervertreter sehr wohl gefallen lassen! Selma Schacht, KOMintern-Arbeiterkammerrätin und Betriebsratsvorsitzende in einem Betrieb mit über 800 Beschäftigten

Was die neue Betriebsvereinbarung anbelangt, ob KV konform oder nicht: – Mit § 3 (3) „ Die Arbeitszeit an Sa und So ist Normalarbeitszeit“ und § 4 (1) „Für Arbeit an Wochenenden (Sa und So) gebührt kein Zuschlag“ drückt man Euch schlicht  eine Ausweitung der Normalarbeitszeit und Abschaffung von Zuschlägen aufs Auge.

- Die individuellen Ansprüche sollen demgegenüber durch einen Pauschalbetrag gedeckelt werden, was jedenfalls nach gängiger Rechtsmeinung nicht zulässig ist.   – Und durch den § 9 liefert der BR sich und die KollegInnen dem Unternehmen aus, indem keine bisherigen Ansprüche mehr geltend gemacht werden sollten.

Allerdings gilt weiterhin der inividuelle Arbeitsvertrag und auch die „betriebliche Übung“ (Gewohnheitsrecht) – was jedoch von jedem auch eingefordert werden muss.

* Diese Betriebsvereinbarung muss bis Ende April aufgekündigt werden!

* Keine Kürzung von Zuschlägen!

* Keine Verschlechterung der Schichtpläne!

Wirtschaftliche Lage: Keine Panikmache!

Den SBER-Abschlussbilanzen der Jahre 2010, 2011, 2012 heran (2013 liegt noch nicht vor) lässt sich entnehmen:

Der Umsatz pro Mitarbeiter steigt kontinuierlich. Allein von 2010 auf 2012 um annähernd 17% (2010 213.000 Euro, über 2011 240.000 Euro, auf 2012 256.000,- Euro). Die Lohn”kosten” pro Beschäftigten und Umsatz sind im selben Zeitraum von 22,0657% (2010) über 20,4167% (2011) auf 20,3125% (2012) kontinuierlich gesunken. Das Betriebsergebnis, schwankend durch Krisenjahre, ist alles andere denn besorgniserregend.

Die 2,5 Mio. bilanztechnischer Verlust 2012 bei einem Umsatz von 142,4 Mio. ebenso wenig aufregend, wie sie die kerngesunde wirtschaftliche Lage Schoeller-Bleckmanns in Frage stellten. Der bilanzierte Abschluss war nicht nur besser als 2011, sondern resultierte vielfach durch Abschreibungen von Material, bzw. durch den Konkurs eines Großkundens der noch offene Rechnungen hatte – was in Krisenzeiten durchaus passieren kann, ohne damit etwas über die Stabilität und Gesundheit des Unternehmens auszusagen. Mit einer Eigenkapitalausstattung von über 42 Mio verfügt SBER nicht nur über mehr als nur starke Rücklagen, sondern realisiert diese zugleich vorrangig aus der betrieblichen Wertschöpfung (während sich die sog. Stammeinlagen der Aktionäre an diesen 42 Mio auf ledigliche  magere 3,5 Mio belief). Und, um einen abschließenden nüchternen Blick zu behalten, das EBITDA (die internationale betriebswirtschaftliche Kennzahl der Rentabilität eines Unternehmens/Rohgewinn) war durchgängig positiv und lag 2012 bei 2.762.000 Euro.

Info_Schoeller-Bleckmann-20.2.2014