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Equal Pay Day: 4.März 2017. Die Lage ist trist und trister.

Neben dem traditionell eingesessenen „Equal Pay Day“ im Herbst, wird dieser aufgrund seiner jeweiligen Berechungsmethoden auch im Frühling datiert – und benennt hier nun den Tag, bis zum dem Frauen in das Jahr 2017 hinein weiterarbeiten müssen, um so viel verdient zu haben wie ihre männlichen Kollegen bis Ende 2016. Dieser Tag fällt heuer (auf Datenbasis der Statistik Austria) auf den 4. März. Frauenzeichen2

Die Schere zwischen den Löhnen und Gehältern von Frauen gegenüber Männern klafft ungebrochen auseinander. Trotzdem Frauen etwa bei den Bildungsabschlüssen nicht nur aufgeholt, sondern ihre männlichen Kollegen sogar bereits übertroffen haben. Dennoch verdienen Frauen in der heimischen Privatwirtschaft nach wie vor um 21,7% pro Stunde weniger als ihre männlichen Kollegen. Und die österreichische Lohnschere ist nochmals besonders unrühmlich. Bei diesem Lohnvergleich schneidet Österreich nämlich auch international besonders schlecht ab. EU-weit ist die Lohnschere zwischen Frauen und Männern (bei einem EU-Schnitt von 16,3%) lediglich in Estland, gefolgt von Tschechien und Deutschland noch größer.

Und die neoliberale Erodierung der Beschäftigungsverhältnisse verschärft die Gesamtlage zusehends weiter. Fast die Hälfte aller lohnabhängigen Frauen (47,4%) im Land befindet sich mittlerweile bereits in a-typischen und prekären Beschäftigungsverhältnissen bzw. in (Zwangs-)Teilzeit.

Um noch eine Facette trister ist die Lage unserer Kolleginnen mit Migrationshintergrund, die zu ihrer Lohnschere als Frauen auch noch einer migrantischen Einkommensdiskriminierung unterliegen und nochmals nur 3/4 ihrer Kolleginnen verdienen. Sie sind zudem noch öfter atypisch beschäftigt, nochmals häufiger in Leiharbeit und doppelt so oft in befristeten Jobs.

Noch drastischer allerdings stellt sich die globalkapitalistische Weltlage dar: Dem letzten Bericht der NGO „One“ zufolge, sind in den am schwächsten entwickelten Ländern unfassbare 86% der weiblichen Werktätigen prekär beschäftigt und verdienen selbst bei Vollzeit um bis zu einem Drittel weniger als berufstätige Männer. Ihre durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei kaum 60 Jahren, in den ärmsten Weltregionen sogar nur bei 52 Jahren. Und während Frauen in Österreich bei Bildungsabschlüssen ihre männlichen Kollegen bereits überflügelt haben, steht es um die Bildungschancen von Frauen in vielen Weltregionen nach wie vor im Argen. Rund eine halbe Milliarde Frauen sind weltweit so des Lesens unkundig.

Für die Gleichstellung und Befreiung der Frau bedarf es denn auch des weiteren Kampfes um die gesellschaftliche Durchsetzung der Gleichheit; sprich: der Überwindung der Lohn- und Berufs, wie migrantischen Diskriminierung, Geschlechterstereotypen, Doppelbelastung und aller sozial-ökonomischen Benachteiligungen, Diskriminierungen und Ausgrenzungen sowie der globalen Ausbeutungsverhältnisse – in letzter Instanz also des Kapitalismus.
Die den kapitalistischen Verhältnissen unaufhebbar eingeschriebenen sozialen und gesellschaftlichen Benachteiligungen machen deutlich, dass der Kapitalismus und seine Profit-Logik keine Basis für eine umfassende Emanzipation der Frau abgeben können.
Marx und Engels haben den Grad der weiblichen Emanzipation in einer gegeben Gesellschaft so schon frühzeitig als das natürliche Maß der allgemeinen Emanzipation erklärt.