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Equal Pay Day 2014 am 10.Oktober

Statistisch gesehen arbeiten Frauen ab heute, dem Equal Pay Day 2014, gratis bis zum Jahresende.Frauenzeichen2

Grundlage für die Berechnung sind die durchschnittlichen Gehälter von Vollzeitbeschäftigten, welche auf zwölf Monate hochgerechnet und verglichen werden.

Frauen erfahren heute wie gestern ungebrochene Berufs- und Lohndiskriminierungen, wirtschaftliche Abhängigkeit vom Mann, Mehrfachbelastungen (z.B. Hausarbeit, Familie) und vieles mehr.

Auch wenn der Equal Pay Day heuer zwei Tage später als letztes Jahr stattfindet – die Schere zwischen den Löhnen und Gehältern von Frauen gegenüber Männer hat sich nicht wirklich geschlossen. Im Gegenteil,in Lohn und Brot stehende Kolleginnen verdienen nach wie vor um 23,2% – fast ein Viertel! – weniger als ihre männlichen Kollegen.  Womit weibliche Werktätige über das Jahr im Durchschnitt volle 10.559 Euro (bei Vollzeitbeschäftigung, Stand Vorjahr) weniger verdienen.

Und die österreichische Lohnschere ist noch viel beschämender als gemeinhin bekannt. Bei diesem Lohnvergleich schneidet Österreich vielmehr auch international besonders schlecht ab -  und belegt den vorletzten Platz in Europa bzw. rangiert global auf den 96. unter 136 daraufhin untersuchten Ländern.
In bestimmten, nochmals ganz besonders ausgeprägten Bereichen fällt die Lohndifferenz zudem noch eklatanter aus. Etwa bei FacharbeiterInnen, wo der mittlere Stundenverdienst von Frauen überhaupt bei nur 64% jenes der männlichen Kollegen liegt.

Noch einmal um eine Facette trister ist die Lage unserer Kolleginnen mit Migrationshintergrund, die zu ihrer Lohnschere als Frauen auch noch einer migrantischen Einkommensdiskriminierung unterliegen und nochmals nur 3/4 ihrer Kolleginnen verdienen. Sie sind zudem noch öfter atypisch beschäftigt, fast vier Mal so häufig in Leiharbeit und doppelt so oft in befristeten Jobs. Und zusammen mit ihren Kolleginnen stellen sie 77% aller Teilzeit- und „Zwangsteilzeit“-Beschäftigten.

Für die Gleichstellung und Befreiung der Frau bedarf es denn auch des weiteren Kampfes um die gesellschaftlichen Durchsetzung der Gleichheit; sprich: der Überwindung der Lohn- und Berufs-, wie migrantischen Diskriminierung, Geschlechterstereotypen, Doppelbelastung und aller sozial-ökonomischen Benachteiligungen und Ausgrenzungen.

In dieser Hinsicht konnten wir als KOMintern mit der Annahme unseres Antrags „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit!“ in der AK-Wien -  in Verbindung mit unserem Engagement in Betrieben, auf der Straße und in den Gewerkschaften – unlängst auch einen weiteren wichtigen Akzent im „Arbeiterparlament“ setzen und die (zunächst) Wiener Arbeiterkammer unter anderem auf Punkte festlegen wie etwa:

„- Neubewertung der Arbeit: gesetzliche Anerkennung von „typischen Frauenberufen“ als Schwerarbeit (z.B. auch emotionale Schwerarbeit)
- Extra Lohn- und Gehaltserhöhungen für ,typische Frauenbranchen´, da in diesen die Löhne und Gehälter weit unter dem österreichischen Durchschnitt liegen“

KOMintern fordert:
  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
  • Für die gezielte Förderung und Weiterbildung von Frauen, insbesondere jener mit Migrationshintergrund!
  • Kampf der Gewalt gegen Frauen!
  • Für wirksame Gesetze gegen Sexismus, geschlechter- und herkunftsspezifische Diskriminierung & Unterdrückung in der Arbeitswelt und im Alltag!
  • Für die Vergesellschaftung der Reproduktionsarbeit, für kostenlose Angebote öffentlicher Einrichtungen!