Die klassenkämpferische Kraft!
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Die „BENYA-FORMEL“

Gegen alle Verklärungen der sog. „Benya-Formel“ sei nachdrücklich hervorgehoben: ihr zugrunde bzw. eingeschrieben liegt nicht nur die irrige Auffassung, es ließe sich mit ihr eine Art „gerechter“ oder „richtiger“ Lohn in beiderseitiger Ausgewogenheit ausmachen, für den man zudem auch noch gleichsam objektive Kriterien an der Hand habe.Anton-Benya-bearbeitet-kl

Der Lohnstreit und die Lohnfindung entzieht sich aber einer solchen „Versachlichung“. In derartigen „Zauber-Formeln“ reflektiert sich folglich nur eine falsche Interpretation der Beziehungen zwischen Arbeit und Kapital. In Wirklichkeit bedeutet die reine Nachäffung der Arbeitsproduktivität als quasi buchhalterisches Kriterium der Lohnentwicklung bereits eine Parteinahme im Lohnkampf auf Seiten des Kapitals. Sie betrachtet den Lohn darin vorrangig als Kostenfaktor der Unternehmen und geht wie selbstverständlich von der unausgesprochenen Voraussetzung aus, dass die Lohnquote am Volkseinkommen konstant zu bleiben habe. Daran würde auch ihr Revival nichts ändern.

Ja, selbst eine Durchsetzung der noch ein Stück darüber hinausgreifenden und sich am sog. „neutralen Verteilungsspielraum“ orientierenden „produktivitätsorientierten Reallohnentwicklung“ (der zufolge die Reallöhne in Höhe der Inflationsrate plus des unverkürzten jährlichen Produktivitätszuwachses steigen sollen), würde am Verteilungsverhältnis zwischen Kapital und Arbeit nichts ändern. Zwar höbe sie sich sicherlich wohltuend von der herrschenden Lohnzurückhaltung ab und würde zumindest der ständigen Verschlechterung der Verteilungsverhältnisse Einhalt gebieten. Einer neuen Primärverteilung zwischen Kapital und Arbeit vermag aber weder diese noch jene zum Durchbruch zu gereichen. Der Lohnstreit ist denn auch keine nach sozusagen statistischen Parametern bestimmbare Angelegenheit, sondern eine Frage des Klasseninteresses und Ergebnis gesellschaftlicher Auseinandersetzungen. In diesem Zusammenhang ist auch der an sich nicht unrichtige Verweis auf die Stärkung der Kaufkraft und Binnennachfrage nur ein flankierendes Hilfs- und Zusatzargument.