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David gegen Goliath!

David gegen Goliath!
KOMintern unterstützt den Kampf von Baris Özdemir und der Beschäftigten in der Anker-Franchise-Filiale Gasometer
anker-sitzstreik

Baris Özdemir, Betreiber der Ankerfiliale im Gasometer, 1110 Wien

Seit Monaten und Jahren kämpft Özdemir mit Ausdauer gegen die überteuerten Franchise-Verträge sowie die Übernahmegelüste des Anker-Konzerns seiner Filiale. Heute der traurige Höhepunkt des Kampfes David gegen Goliath: Als die KollegInnen die Filiale in der Früh in Betrieb nehmen wollten, zog der Konzern den Stecker und drehte ihnen kurzerhand den Strom ab – was Baris Özdemir und die Beschäftigten mit einem Sitzstreik beantworteten. Es werden Unterstützungsunterschriften gesammelt und der Konflikt in die Öffentlichkeit gebracht:

Streik !!!!
Wie die Firmenleitung von Anker ihre Pächter schikaniert

Sehr geehrte Damen und Herren,
Sie haben sich sicher einmal eine Semmel beim Anker gekauft und sich wahrscheinlich über die nette Betreuung gefreut. Als Pächter stehen wir täglich vor der Aufgabe eine gute Dienstleistung in dieser Stadt zu erbringen. Unseren Lebensunterhalt bestreiten, bedeutet um 4 Uhr schon in der Arbeit zu sein. Die Vorbereitung von frischem Gebäck für unsere Kunden ist unser tägliches Brot.
Gute Dienstleistung gehen leider nicht immer mit einem guten Verdienst einher. Wir müssen oft hohe Pachtzahlungen und Knebelverträge in Kauf nehmen. Als kleine Unternehmer gehen wir oft an unsere Grenzen und haben wenig Zeit für Familie und Freunde, dennoch schätzen wir unsere Arbeit sehr und versuchen das Beste daraus zu machen. Doch unser Vertragspartner – Anker – scheint nie genug zu haben. Es reicht Anker nicht überhöhte Pachtgebühren einzufordern oder die Kosten für die Waren, die wir von Anker beziehen, zu verteuern, Anker ist auch nicht bereit seinen Pächtern Verständnis entgegenzubringen, wenn diese in Zahlungsschwierigkeiten sind. Der Firmenleitung fehlt es an Sensibilität und an Kompetenz im Umgang mit ihren Pächtern. Unermüdlich haben wir versucht die Marke Anker vor Diskreditierungen, die durch die Firmenleitung verursacht wurden, mit qualitativ guter Serviceleistung wettzumachen.
In Verantwortung für unsere Familien zu sorgen, sind wir des Öfteren an die Firmenleitung herangetreten und haben sie auf unsere geringen Verdienstmöglichkeiten aufmerksam gemacht. Wir haben dir Firmenleitung gebeten die Pachtgebühren so zu gestalten, dass wir uns über Wasser halten können. Für 70 Stunden Arbeit in der Woche bleibt uns nicht einmal ein Nettoverdienst von max. 1.500 € im Monat. Doch unsere Mühen blieben erfolgslos. Auf die Dauer begannen die Manager sich Gesprächen mit uns zu verschließen, telefonisch waren sie nicht mehr erreichbar. Unsere E-Mails wurden nicht mehr beantwortet. Nun sind wir mit der Begründung u.a., dass sich unser Geschäft für Anker aus wirtschaftlichen Gründen nicht rentiere, mit einer Räumungsklage belegt worden.
Ohne Rücksicht auf unseren Schuldenstand hat sich nun Anker die Bankgarantie, die wir bei Abschluss des Pachtvertrags zur Verfügung gestellt haben, einkassiert und am 6.April ist nun auch noch die Gasometerleitung (Gesiba ) an uns heran getreten und hat uns davon informiert, dass sie uns ab Montag den 10 April 2017 den Strom abdrehen werden. Obwohl wir im Moment mit Anker vor Gericht stehen, wollen sie uns vor die Tür setzen. Davon sind neben uns auch mehrere Mitarbeiter betroffen.

Ich trete an die Öffentlichkeit, um Sie auf solche Missstände, die vielen ihre Existenzgrundlage zerstören, aufmerksam zu machen. Bitte helfen Sie uns um Anker dazu zu bewegen, sich mit uns an einem Tisch zu setzen, damit wir eine zufriedenstellende Lösung für alle Seiten erreichen können.
Baris Özdemir