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Monats-Archive: November 2017

Lohnschere bekämpfen – handeln im Handel!

Die geschlechtsspezifische und geschlechterdiskriminierende Arbeitsteilung und Lohnschere im Kapitalismus zeugt nach wie vor von dessen patriarchaler Struktur und Verfasstheit.lohnschere

Statistisch gesehen arbeiten Frauen in Österreich so denn auch bereits seit 13. Oktober (dem heurigen Equal Pay Day) gratis bis zum Jahresende. Und die heimische Lohnschere zwischen den in Lohn und Brot stehenden Kolleginnen und ihren männlichen Kollegen ist noch viel beschämender als gemeinhin zur Kenntnis genommen. Hier schneidet Österreich – wie die heute veröffentlichen Eurostat-Daten der EU-Kommission wieder einmal  belegen – vielmehr auch im internationalen Vergleich besonders schlecht ab: und weist aktuell die vierthöchste Lohn- und Gehaltskluft zwischen Frauen und Männern in Europa auf.

Diesen Mittwoch geht es in der 3. KV-Verhandlungsrunde im Handel gleichzeitig erstmals ans Eingemachte: Weiterlesen

Leiharbeit: Schein & Sein einer Branche

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Die Leiharbeit nimmt permanent zu, ja sie ist insgesamt sogar der seit Jahren am schnellsten wachsende Wirtschaftsbereich Österreichs. Und sie ist eine Branche der Tricksereien und grasierenden Missbräuche.  Nicht zuletzt aufgrund der besonders schwer zu kontrollierenden Einhaltung ihrer gesetzlichen und kollektivvertraglichen Regeln. Die Leiharbeitsfirmen und Beschäftigerunternehmen sind zu beinahe jedem Schindluder bereit, um sie als „Billigarbeit“ oder ständige  „zweite Belegschaft“ neben der Stammbelegschaft zu missbrauchen. Dagegen hilft im Interesse sowohl der Leiharbeitskräfte wie auch der Stammbeschäftigten nur die vereinte Solidarität!

Gleichzeitig vollzog sich ein radikaler „Funktionswandel“. Ursprünglich mit dem Argument der „kurzfristigen Abdeckung der Produktionsspitzen“ eingeführt, mutiert die Leiharbeit immer mehr zur langfristigen und strukturellen „Überlassung“, sprich der Zurverfügungstellung von Arbeitskräften an Dritte:

  • aufgrund von Ausgliederungen seitens der Gebietskörperschaften (z.B. in Spitälern, Reinigung, …)
  • oder um den Aufnahmestopp im öffentlichen Dienst auszutarieren
  • sowie um im Konzerninteresse einzusparen, gültige KV-Regelung zu umgehen (z.B. Kündigungsfristen), die Belegschaften zu spalten Weiterlesen

Sozial, aber nicht blöd: Kämpfen für AZV

Die, von KOMintern seit Jahren aktiv mitgetragene, Initiative “Wir sind sozial, aber nicht blöd“nutzte am Montag die Enquete von Gewerkschaften und Arbeitgebern “Arbeitszeit: Was geht? Was zählt?”, um in diesem Rahmen und vor rd. 150 TeilnehmerInnen – vor allem BetriebsrätInnen und Beschäftigte – die erste Charge an Unterschriften für Arbeitszeitverkürzung zu übergeben. AZ-Enquete_13-11-2017

Obwohl die Übergabe an Klaus Zenz für die Gewerkschaftsspitze in der zweiten Hälfte der Veranstaltung stattfand, waren es die KollegInnen der Initiative, die erstmals das Wort “Kampfmaßnahmen” in den Mund nahmen – und dafür spontan Applaus ernteten. In einem kurzen Statement stellten sie die Basisinitiative vor und betonten, dass gute Argumente sowie Zahlen, Daten und Fakten zwar sinnvolles Wissen sind, aber in keinster Weise zu Arbeitszeitverkürzung führt – sondern es dazu die Mobilisierung der Beschäftigten braucht.

Diese Übergabe Weiterlesen

Jetzt: KV-Turbo im Handel zünden!

Jetzt: KV-Turbo im Handel zünden!
„Der Handelsturbo ist gestartet“ frohlockte Handelsunternehmer-Obmann Peter Buchmüller jüngst euphorisch! Und der Turbo bleibt gezündet und hält die Geschwindigkeit – ja, nimmt sogar noch weiter Fahrt auf. kassazettel_2017-web

Die Wirtschaftswachstumsprognosen werden am laufenden Band weiter nach oben erhöht und die Konsumnachfrage steigt von Quartal zu Quartal kontinuierlich an. Dabei konnte der Lebensmittelhandel (steht allein für ein gutes Drittel des Gesamthandelsumsatzes) seinen Umsatz bereits im ersten Halbjahr um satte 5,6% hinaufschrauben. Entsprechend klingeln auch die Kassen der Unternehmer und sprudeln die Gewinnausschüttungen an die Eigentümer.

Gleichzeitig bleibt der Handel, mit seinem Mindestgehalt von (aktuell) 1.546 Euro brutto für Vollzeitbeschäftigte (bzw. von 1.600 Euro ab 1. Dezember bei Umstieg auf den neuen, reformierten Handels-Kollektivvertrag) eine Niedriglohnbranche.
Und bei rund drei Viertel weiblichen Beschäftigten im Einzelhandel eine Frauenbranche mit einer Vielfalt struktureller Benachteiligungen. So ist denn auch die Fluktuation in der Branche  mehrheitlich weiblich und verschärfen die nicht angerechneten Zeiten die Einkommensunterschiede weiter.
Aufgrund des „sozialpartnerschaftlichen“ Kuhhandels Weiterlesen

Sich abzeichnender fauler Kompromiss Metall:

Anton Benya von den Füßen auf den Kopf gestellt? Anton-Benya-bearbeitet-kl
Nach der vollmundigen Ausgabe des Kampfziels von 4% mit begleitendem Säbelrassel-Ritual ohne ernsthafter Substanz dahinter, stehen die Zeichen bereits wieder auf Kleinbeigeben.

Diverse KommentatorInnen haben dafür unter der Hand sogar eine versteckte Uminterpretation der sogenannten „Benya-Formel“ ersonnen, um den Verrat und Verkauf der Arbeitenden auf dem Altar der „Sozialpartnerschaft“ mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu verkleistern.

Denn eigentlich sind die seitens der Gewerkschaften ausgegebenen 4% in Wirklichkeit ohnedies ein verhaltenes Kampfziel. Hätten PRO-GE und GPA-djp die, von ihnen früher wie eine Monstranz vor sich hergetragene, lohnpolitische „Benya-Formel“ veranschlagt, schaute das beschworene „Klingeln im Geldbörsel“ nämlich – wie von uns bereits zuletzt ausgeführt – noch ganz anders aus.

Die (nach dem langjährigen, ehemaligen ÖGB-Präsidenten benannte) lohnpolitische Formel (zu Kritik an dieser KOMpass 11) besagte nämlich: die jährliche Lohnerhöhung habe den Anstieg der Lebenserhaltungskosten (die Inflationsrate) auszugleichen plus den halben Wert des Produktivitätszuwachses zu umfassen. Damit läge man heuer nahe der 5%.

Nun zeichnet sich jedoch  – „Wir für 4“ hin, „Wir für 4“ her -, ein Einschwenken auf irgendetwas mit 3 Komma xy% ab. Findige Weiterlesen

Konsequent bleiben: Streik für 4!

METALL-KV: KONSEQUENT BLEIBEN: STREIK FÜR 4!
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* Kein Zurückweichen unter 4% auf alle KV- und IST-Löhne & Gehälter, kein Abrücken, keine faulen Kompromisse!
* Es ist Zeit, nicht mehr bloss pro forma mit dem Säbel zu rasseln, sondern den Arbeitskampf – gemeinsam durch alle Fachverbände – offen aufzunehmen!
* Zeigen wir ihnen die „rote Karte“: Auf in flächendeckende Arbeitsniederlegungen und einen konsequenten Streik für 4!
* Setzen wir – auch branchenübergreifend – ein kräftiges Zeichen gewerkschaftlicher Handlungsmacht und Kampfkraft!

 

100 Jahre Oktoberrevolution – 100 Jahre 8-Stunden-Tag

Anlässlichdes des sich am 7. November (oder nach im damaligen Rußland noch herrschenden Julianischen Kalender 25. Oktober) jährenden 100. Jahrestags des Roten Oktober
Um 1830 forderte der utopische Sozialist Robert Owen unter der Losung: „Acht Stunden arbeiten, acht Stunden schlafen und acht Stunden Freizeit und Erholung“, als Erster den 8-Stunden-Tag. 
Versammlung des Petrograder Sowjet

Versammlung des Petrograder Sowjet

Der von Marx gerne herangezogene englische Ökonom Nassau William Senior erklärte in einem „Sachgutachten“ gegen die Agitation für die Verkürzung des 12-Stunden-Tags: Wenn die tägliche Arbeitszeit um nur 1 Stunde reduziert würde, verschwänden die Reingewinne, bei Verkürzung um 1,5 Stunden auch die Bruttogewinne. Der weitere Geschichtsverlauf blamierte die Propaganda und den ökonomischen Analphabetismus dieses Lohnschreibers der Herrschenden bis auf die Knochen.

So kam es denn auch gegen die – bis heute von der Mainstreamökonomie – an die Wand gemalten Schreckgespenste 1833 in England zur ersten teilweisen Normierungen der Höchstarbeitszeit (verbindlich zunächst für die Textilindustrie). Errungen auf Druck der Arbeitenden wie des Umstands, dass die Rekruten der Industriebezirke immer weniger „indientauglich“, also für die englische Krone aufgrund der katastrophalen Arbeitsverhältnisse immer weniger militärtauglich wurden, gelang es so, die erste Schranke gegen die hemmungslose Ausbeutung des Kapitals aufzurichten. „Erst seit dem Fabrikgesetz von 1833 … datiert für die moderne Industrie ein Normalarbeitstag“ – so Karl Marx im „Kapital“.

Wichtige Zwischenschritte Weiterlesen

Wann, wenn nicht jetzt!

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Die hinter uns liegenden vier KV-Verhandlungsrunden Metall waren eine einzige Frotzelei, Provokation und Verhöhnung der Beschäftigten. Das Fass zum Überlaufen brachte zuletzt bekanntlich Metallindustrie Chef-Verhandler Veit Schmid-Schmidsfelden der Firma R. Fertinger in Wolkersdorf (siehe Fotos KOMintern-Aktion), mit seiner Absurdität, der KV-Runde eine „europäische Inflationsrate“ zugrunde legen zu wollen.

2_streik-fuer-4_webEs ist höchste Zeit, nicht mehr bloß knieweich mit dem Säbel zu rasseln, sondern den uns seitens der Metallindustrie vor die Füße geknallten Fehdehandschuh aufzunehmen und in konsequenten Arbeitskampf zu treten sowie ein kräftiges und unmißverständliches Zeichen gewerkschaftlicher Kampfkraft zu setzen. Die Bereitschaft für Kampfmaßnahmen in den Betrieben ist – wie auch die bisherigen Betriebsversammlungen und zahlreichen Gespräche mit den Beschäftigten zeigen – entsprechend hoch.

Entweder heute Montag, 6. Nov., 4% Lohnerhöhung und Abwehr aller Angriffe in der nun bereits fünften Verhandlungsrunde, oder flächendeckender Streik für 4 !, beginnend mit Warnstreiks in der Betrieben der Verhandler. Jetzt gilt´s!

7.11.: Belastungen am Arbeitsplatz & Arbeitszeitverkürzung

Gespräch über Belastungen am Arbeitsplatz und Arbeitszeitverkürzung
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mit Mag.a Johanna Klösch, Arbeits- und Organisationspsychologin, Fachexpertin für den Themenkomplex „Psyche und Arbeitswelt“, Arbeiterkammer Wien

Veranstaltung am Di., 7.11. 2017 um 18:30 Uhr

im Amerlinghaus, Stiftg. 8, 1070 Wien


Unsere Arbeit hat sich in den letzten Jahren extrem verdichtet. Die Arbeit mit unseren KlientInnen wurde intensiver, nicht zuletzt, da unsere KlientInnen oftmals noch mehr belastet sind. Dadurch ist auch die emotionale und psychische Belastung größer geworden, was sich oft auch in herausfordernden Teamdynamiken niederschlägt. Dazu kommen viele weitere Stressfaktoren: dass immer mehr dokumentiert werden muss, Förderzusagen oftmals bis zuletzt offenbleiben, Vertretungen im Urlaubs- oder Krankenstandsfall nicht vorgesehen sind, u.a. Ein großer Stressfaktor ist die Arbeitszeitflexibilisierung. In vielen Einrichtungen das Sozialbereichs sind die Diensteinteilung und die Arbeitszeiten starken Schwankungen unterworfen, auch damit steigt die psychische Belastung.

Arbeitszeitverkürzung wäre Weiterlesen